VFC-Australien Analyse - Newman: Auch im dritten Jahr in Folge ein Erfolgsgarant


Wenn ein Newman auf der Strecke ist wird dieser meist mit Ehrfurcht betrachtet. Vor allem mit dem Erfolgsgaranten und Dauerbrenner Jannis Wollborn ist immer zu rechnen. Auch in diesem Jahr? Immerhin scheint es 2021 nach mindestens einem Dreikampf zwischen Kevin Peters, Lukas Schmidt und Jannis Wollborn auszusehen, was für eine spannende und kampfbetonte Saison spricht. Inwieweit mit dem deutschen Boliden dieses Jahr zu rechnen ist, analysieren wir anhand dieses Artikels zum Saisonauftakt in Australien am kommenden Sonntag.


Doch zu Beginn sollten die Grundlagen thematisiert werden. Der Test in Barcelona ist laut Patrick Newmanoptimal“ verlaufen, worauf sich beide Fahrer bestens vorbereitet haben und somit auch eine sehr gute Getriebeübersetzung fanden. Das ist nicht nur Wollborns Verdienst allein, sondern auch der seines Teamkollegen Yannik Barwig, welcher von Cesario zu den Deutschen wechselte. Für Qualität in den Cockpits ist schonmal gesorgt. Beim Motor setzt man weiterhin auf das D&G-Aggregat und die Reifen stellt wie letztes Jahr Hersteller Yasuda. In der Aerodynamik-Abteilung hat man Wert auf Downforce gelegt – mit Erfolg – der Wagen klebt regelrecht auf der Strecke und verbunden mit den stärksten Bremsen im Feld könnte man so ein paar mehr Überholmanöver als in der Vergangenheit zu sehen bekommen. Das einzige Manko wird der, wie bereits in der Vergangenheit, überschaubare Top-Speed des Newmans sein. Die große Stärke ist die gute Aerodynamik- und Abtrieb-Abteilung. So verspricht man sich einige Updates am Fahrzeug, welches das Team im Laufe der Saison zunehmend besser machen könnte.


Das Umfeld im Newman-Team scheint familiär zu sein, denn Patrick Newman wirkt wie eine Vaterfigur für die beiden Fahrer. „Mein erster Sieg 2018 im Newman hat ihn so sehr gefreut, dass sich seine Anwohner über die lauten Freudenschreie beschwerten. Durch das Vertrauen das er mir schenkt fühle ich mich zum Team wahnsinnig verbunden“, so Wollborn. „Und mit Yannik komme ich sehr gut klar. Wir tauschen unsere Gedanken aus, um vielleicht nochmal etwas am Auto zu finden. Und persönlich sind wir auf einer Ebene.


Eine Umgebung die man sich als junger Erfolgsgarant nur wünschen kann, vor allem wenn sein Teamkollege Barwig und Teamchef Newman klar betonen, dass Wollborn die klare Nummer 1 im Team ist. Beides spricht schon mal für gute Voraussetzungen in der kommenden Saison, jedoch wie sieht es mit den Zielen aus, die man sich für das kommende Wochenende, aber auch für die Saison setzt? „In Australien sollten auf alle Fälle gute Punkte für uns drin sein“, so Patrick Newman. Konkret bedeutet das für beide Piloten, dass sie sich die Top-6 gut vorstellen können, wobei Barwig in seinem ersten Newman-Rennen auch mit den Top-12 gut leben könnte. Auf Nachfrage, wo man sich in der gesamten Saison sieht, antwortet Newman: „Wir wollen in der Fahrer-WM angreifen können. Das fahrerische Potenzial haben wir mit Jannis. Und in der Konstrukteurs-Wertung sollte Platz drei oder vier für uns das Ziel sein.


Jedoch wie sieht man den anfangs angekündigten Dreikampf? Für Barwig ist klar, dass Wollborn ein Wörtchen mitzureden hat: „Man sollte ihn nie unterschätzen.“ Allerdings sieht er, wie sein Teamchef Newman, Schmidt in der klaren Favoritenrolle. Und das obwohl er nicht im besten Boliden des Feldes sitzt. Da können selbst Kevin Peters und Sven Schubert nicht mithalten, welche in Barwigs Augen das beste Fahrzeug im Feld haben. Auch selbst Wollborn sieht es ähnlich und hält Schmidt für den schnellsten Fahrer im Feld. Jedoch in welcher Rolle sieht er sich darin? „Im Prinzip als den lachenden Dritten. Wenn Peters und Schubert sich wertvolle Punkte gegenseitig wegnehmen und Schmidt im Cesario schwächelt, wollen wir daraus profitieren und wertvollen Boden gut machen. Das alles will ich nutzen, um meinen zweiten WM-Titel perfekt zu machen.“, sagt Wollborn. Bei der Frage, ob er noch eine offene Rechnung gegenüber Kevin Peters hat, welcher ihm quasi den WM-Titel letzte Saison wegschnappte, antwortet er: „Solang er in meinem Rückspiegel zu sehen ist, ist alles gut. Jetzt haben sie bei Volksmobil zu Beginn der Saison die Chance mit ihrem starken Boliden Punkte zu machen. Während der laufenden Saison werden wir mit unserer Entwicklungsabteilung ein immer mehr konkurrenzfähiges Auto haben, wodurch wir es ihnen zunehmend immer schwerer machen werden.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass man beim Team Newman durchaus euphorisch auf die kommende Saison blickt und dass man das Ziel Fahrer-WM klar vor Augen hat. Allerdings darf man nicht vergessen, dass noch andere Teams einen Teil vom Punktekuchen abhaben wollen, allein wenn man nur an die angriffslustigen Clifforts oder das reiche russische Team Russia GP denkt, welche auch vielversprechende Boliden haben. Apropos Punktekuchen, Wollborn wurde zu guter Letzt gefragt, wen er von den neuen Teams bzw. den Teams aus den Nachwuchsprogrammen als die Überraschung der Saison ansehen wird: „Beta Giulia. Sie haben ein sehr schnelles Auto und verbunden mit dem Duurzaam-Reifen werden sie für die ein oder andere Überraschung sorgen. Bleibt abzuwarten ob dies auch eintreten wird.


Wie der Dreikampf in der Saison beginnen wird und ob mit Konkurrenz aus der zweiten Reihe zu rechnen ist, seht ihr kommenden Sonntag im YouTube Livestream der GSO.


Hier gehts zu den aktuellen Trainingszeiten des Australien-GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021




Autor: Johannes Greulich