VFC-Australien Analyse: Razor GP - Mr. Understatement oder Mrs. Hoffnungslos?


Bastian Paisler und sein Razor-Team. Das war 2020 der Inbegriff des Understatements. Bereits in der Vorbereitung zeigte sich der Teamchef von OMD-Razor unzufrieden mit dem Auto. Was danach folgte war eine Saison voller Sensationen für Paisler selbst. Sieben Podestplätze und zwei Siege später beendete er das Jahr auf dem dritten Rang der Fahrer-WM. Eine beeindruckende Leistung von jemandem, der über den gesamten Zeitraum nie große Töne zu spucken schien.


Das wäre dem großen Ganzen wohl auch nicht gerecht geworden. Denn abseits der One-Man-Show lief es bescheiden für das Razor Team. Denn im zweiten und dritten Cockpit konnte sich während der Saison niemand mit ähnlichen Ergebnissen wie Paisler etablieren. Sowohl Rodrigo Carvalho als auch Lorenzo de Ciutiis und Tobias Dorsch scheiterten dabei eine weitere Konstante zu schaffen. Gino Gaggiano, welcher erst spät in der Saison dazu stieß, wäre wohl der ideale Man neben Paisler gewesen. Dafür aber blieb zu wenig Zeit.


Durch die Abschaffung der dreier Cockpits musste Razor nun für 2021 umstrukturieren. Die Gelegenheit für Paisler das Team endgültig auf Kurs zu bringen. Dazu holte man das Nachwuchsteam R-cademy in die Serie zurück. Dabei hielt Paisler am Italiener de Ciutiis fest und setzte den jungen Alexander Kraft in das zweite Cockpit. Im ersten Team, Razor GP, tritt natürlich Bastian Paisler selbst wieder als Fahrer an. Hierzu hat er sich eine prominente Personalie dazu geholt. Der frei gewordene Tim Brendel unterzeichnete nach der Auflösung von Full-Send Racing beim Razor Rennstall und bildet mit Paisler nun ein starkes Fahrergespann.


Rein auf der Fahrerposition verfügt Razor GP also über großes Potenzial. Gilt das auch für das Material? Wenn man Paislers Kommentare während der Vorbereitung vernahm klingt das arg nach letztem Jahr. Auto zu langsam, zu wenig Power, alles schlecht. Wieder ein kalkuliertes Understatement oder ist der Razor dieses Jahr ohne den starken Greenfield Reifen von 2020 nun endgültig hoffnungslos verloren?


Die Antwort darauf lässt sich wohl erst am kommenden Sonntag geben, wenn die Lampen angehen, der Puls steigt und Paisler zusammen mit Brendel wieder auf die Jagd nach den großen Erfolgen geht.


Hier findest du die aktuellen Trainingszeiten zum Australien-GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021



Autor: Julian Kopp