VFC-Australien Analyse: Scuderia Cesario – Aus der Asche zurück an die Spitze


Das Jahr 2020 war für viele bisher persönlich eines der schlimmsten, wenn nicht sogar das Schlimmste des 21. Jahrhunderts. Die Scuderia Cesario, als eines der traditionsreichsten und stolzesten Teams in der VFC, kann hierüber ein Lied singen: Die Saison 2020 war für den italienischen Rennstall schlichtweg ein Jahr zum Vergessen. Umso optimistischer sieht man in die nun kommende Rennzeit.


Und dieser Optimismus kommt nicht von ungefähr. Mit Gonzalez Cattivo hat man in der Saison 2020 einen der schillerndsten Persönlichkeiten als Teamchef geholt, der in das Chaos langsam Ordnung gebracht hat. Und das Resultat sieht man in der Entwicklung: Das Auto der Scuderia zeigte sich bei den Testfahrten und in den Trainings zum Australien Grand Prix stark aufgestellt. Ein gutes Grundpaket wurde geschaffen, sowohl beim Motor, in der Aero und beim Abtrieb. Und so ist es kein Wunder, dass man aus Italien wieder die bekannten Ansprüche der Scuderia hört: Den Fahrertitel in der VFC. Teamchef Cattivo äußerte sich auf eine Anfrage von uns hier sehr offen: "Cesario muss natürlich immer vorne mitfahren. [....] Jetzt gilt es zu liefern. In der KWM (Team-WM) streben wir einen Platz unter den ersten Drei an. Unser Fokus liegt aber 2021 ganz klar auf dem Fahrertitel."


Für dieses Ziel hat man einen zweifachen VFC-Weltmeister zurückgeholt; Lukas Schmidt, neben Jacques Kerni der einzige VFC-Fahrer mit zwei Titeln. Schmidt ist im Fahrerlager dafür berühmt-berüchtigt, selbst aus einem eher mittelmäßigen Auto das letzte bisschen Etwas herauszuquetschen und so vorne mitfahren zu können. Insofern hat sich Cesario einen absoluten Titelgaranten zurück ins Team geholt, mit dem in dieser Saison im Auto der Scuderia stark zu rechnen ist.


Schmidt selbst hat den Fahrertitel im Blick, allerdings nur durch maximale Konstanz und den strategischen Rennvorteil der Duurzam-Reifen. Stand jetzt sei der Wagen "[...] paceweise weit von der Spitze weg[...]." Dazu ist die Entwicklung wohl noch nicht ganz so, wie Schmidt sie gern hätte. Auf die Stimmung im Team angesprochen antwortete Schmidt folgendermaßen: "Die [...] ist sehr gut, ich denke insbesondere die gemeinsame Vorbereitung für den Testtag hat gezeigt, dass wir sehr motiviert sind und definitiv heiß sind, endlich in die Saison zu starten."


Neben Schmidt wird Larry Fischer das Lenkrad des zweiten Cesario-Autos übernehmen. Fischer kann man als die Personifizierung der Seuchensaison 2020 für Cesario beschreiben, der Deutsche verzeichnete viele technische Probleme und fahrerische Ausfälle. An diese Zeit will Fischer aber keinen einzigen Gedanken mehr verschwenden, er konzentriere sich voll und ganz auf 2021, um das Team wieder an die Spitze der VFC zu bringen. Fischer selbst hat für einen Rennfahrer noble Ansprüche: "Einen zweifachen Champion an meiner Seite zu haben ist eine riesige Herausforderung. Mit Schmidt die perfekte Teamchemie zu finden ist für mich essentiell, um unser Ziel gemeinsam zu erreichen."


Vor der Saison gab es immer wieder Spekulationen zu Fischers Personalie, die Teamchef Cattivo aber jetzt im kurzen Gespräch mit uns ausräumte: "Larry hat in den letzten Wochen überzeugt. Er hat einen Vertrag auch für nächstes Jahr. Ich sehe insofern keinen Anlass für Spekulationen." Somit sind auch die Nebenschauplätze für Fischer im Jahr 2021 vermeintlich kein Problem. Es ist davon auszugehen, dass die Scuderia Cesario wieder vorne mitkämpfen wird. Vergangen sind die Chaostage, das Team wirkt vor dem ersten Rennen der neuen Saison wieder gestärkt. Die Italiener haben sich wie ein Phoenix aus der Asche erhoben, um den Rennstall und dessen Fahrer wieder dahin zu bringen, wo sie hin gehören wollen: Auf Platz 1.


Hier gehts zu den aktuellen Trainingszeiten für den Australien GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021




Autor: Jörn Dicks