VFC-Brasilien Analyse: Beta Guilia - Bentenrieders große Stunde?


Für Beta Guilia war der Südafrika GP in Kyalami balsam für die Seele. Nach einem bereits überzeugenden Saisonstart in Melbourne, welcher nicht von einem Happy-End gekrönt war, fuhr das Team in Südafrika nun die ersten WM-Zähler ein.


Hauptverantwortlich war dafür Daniel Bentenrieder, welcher wohl eines seiner besten Rennen der letzten Jahre fuhr und zusätzlich von Fehlern der Spitze profitierte. Bereits in der ersten Rennhälfte deutete sich an, dass an diesem Rennabend mehr möglich ist als nur Mittelfeldgeplänkel. Bentenrieder fand sich dauerhaft in aussichtreicher Position wieder und lieferte sich tolle Fights unter anderem mit Sebastian Steinhauer (Manziel) und Lorenzo de Ciutiis (R-cademy). Besonders im letzten Rennstint machte Bentenrieder auf sich aufmerksam. Mit rasender Geschwindigkeit jagte der Deutsche nach seinem Boxenstopp den auf Platz zehn liegenden Steinhauer. Mit Erfolg. Kurz vor Schluss sicherte sich Bentenrieder die Position und damit drei wichtige Zähler für die Italiener. Einziger Wehrmutstropfen, im Mittelfeldkampf kam es zur Kollision mit Tim Brendel (Razor). Diese war zumindest in Sachen Schuldfähigkeit fragwürdig, wurde von der Rennleitung aber unberührt belassen. Sein Teamkollege Johannes Greulich hatte noch mehr Schwierigkeiten und erlebte in seinem ersten VFC Rennen 2021 einen durchwachsenen Auftakt.


Dennoch zeigte sich Teamchef Greulich zufrieden, kritisierte aber auch die öffentliche Wahrnehmung von der Leistung seines Teamkollegen. "Daniel war absolut zufrieden mit seinem 10. Platz und er hat während dem ganzen Rennen schon darauf gedrängt Steini zu erwischen. Er war bloß ein wenig traurig, dass er nicht dieselbe Anerkennung für seine Leistung bekommen hat, wie Steini. Mein Rennen war absolut passiv gestrickt. Die unterschiedlichen Gegebenheiten mit trockener Ideallinie und sonst nasser Strecke hatte ich das erste Mal. Deswegen hab ich mich in Ruhe herangetastet, bin eher vom Gas gegangen, als den Kampf zu suchen und habe auf die Fehler der anderen gewartet. So konnte ich noch zwischenzeitlich auf Platz 17 vor fahren. Erst bei meinem letzten Stint hab ich Gas gegeben. Da hatte ich dann konstant gute Zeiten. Für mich war das Rennen zum lernen da und es stand im Fokus Auto ins Ziel bringen, damit wir Updates bekommen."


Nun steht der Brasilien GP vor der Tür und auch dieses Mal ist man beim italienischen Rennstall optimistisch. Das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und das Auto ist vorhanden. Dementsprechend schlägt sich das in den Trainingszeiten nieder. Gerade Bentenrieder macht wieder einen schnellen Eindruck und findet sich derzeit in den Top-8 der Hotlapliste wieder. Auch das sorgt dafür, dass Greulich positiv nach Brasilien schaut. "Für Brasilien haben wir wieder eine gute Ausgangslage mit Daniel. Das Auto geht gut und die Konkurrenten außer SCMM haben keine neuen Motoren. Daher werden wir in den schnellen Passagen wieder angreifen können. Und vor allem Daniel ist gut dabei, wie man in den Trainingszeiten sieht. Bei mir ist es weiterhin ein herantasten. Ich liebe Brasilien allerdings komme ich mit dem zweiten Sektor noch nicht so klar, ähnlich wie bei IGP. Das heißt viel fahren und besser werden. Wir trainieren die ganze Zeit mit Rennsprit, um Konstanz zu simulieren wo es bei uns beiden ein wenig hapert. Wenn das alles passt, wird man sehen was passiert und vielleicht sind für Daniel wieder Punkte mit drin."


Wichtig wird auch dabei wieder sein, dass Bentenrieder seine neu gewonnene Konstanz weiter umsetzt. Sollte das funktionieren darf man sich innerhalb der Torino Car Group wieder einen erfolgreichen Rennabend erhoffen.


Hier findest du die aktuellen Trainingszeiten zum Brasilien GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021



Autor: Julian Kopp