VFC-Brasilien Analyse: Manziel GP - Mit neuer Zuversicht nach Sao Paulo


Motorsport ist schnelllebig. Das war schon immer so und dürfte sich in der Zukunft auch nicht mehr ändern. Besonders gemerkt haben dürfte dass in der VFC zuletzt Manziel GP Team. Der Comeback-Rennstall hatte sich für die 2021er Saison kleine Ziele gesetzt. Zeigte sich bisher selten mit dem neuen Wagen zufrieden. Gerade Teamchef und Fahrer Travis Carter kämpfte mit dem neuen Material.


In Australien erledigte sich die Punktejagd schon früh für ihn und auch für Sebastian Steinhauer waren die Zählerränge außer Reichweite. Die Zeichen standen vor dem Südafrika GP nicht viel besser, dennoch bewies gerade Sebastian Steinhauer mit ordentlichen Rundenzeiten ein gewisses Potenzial. Dieses rief man am Rennabend dann weitestgehend konsequent ab. Der Turnaround von Australien zu Südafrika war groß. Steinhauer zeigte sein bisher bestes, aber nicht fehlerfreies, VFC-Rennen und war lange Zeit sogar auf Top-Ten Kurs. Ein wie wahnsinnig fahrender Daniel Bentenrieder (Beta Guilia) machte diese Hoffnungen allerdings kurz vor Schluss zunichte. Was blieb waren zwei Zähler und mit ihnen die Freude sowie Vorahnung, dass vielleicht noch mehr möglich gewesen wäre. Gleiches wird auch Travis Carter gedacht haben. Lange hing er sich an die Fersen des Teamkollegen. So wäre vielleicht sogar ein doppelter Punkteplatz realistisch gewesen, doch Carter warf den Wagen im Mittelsektor weg. Verlor daraufhin sogar noch seinen Heckflügel und damit die letzten Punktehoffnungen.


Dennoch zeigte man sich zufrieden mit dem Gesamtergebnis, denn selbst Manziel hätte wohl nicht gedacht nach zwei Rennen bereits erste Punkte auf dem Konto nachweisen zu können. Damit schlägt man aktuell die Teams Razor GP und SCMM, welche beide noch keine Zähler holten. Allerdings hat man noch 16 Rennen vor der Brust und kann sich auf dem vergangenen Erfolg nicht ausruhen. Dementsprechend richtet man die Ziele für den kommenden Brasilien GP aus. "Wir müssen versuchen, die bestmögliche Pace zu fahren und schauen, was damit im Rennen möglich ist. Mit unserem Auto wird es bei einem normalen Rennverlauf immer noch sehr schwer sein, einige Punkte zu holen. Letztendlich wird es darauf herauslaufen, dass wir die Fehler der anderen Fahren, nutzen müssen." sagte Travis Carter im Hinblick auf das kommende Rennwochenende.


Man weiß den zurückliegenden Erfolg also durchaus einzuordnen, denn auch dieser wäre ohne den Wettereinfluss und die Fehler der Konkurrenz wohl nicht möglich gewesen. Trotzdem war man auch das erste Mal zufrieden mit dem Verhalten des Fahrzeuges: "Zumindest ich hatte erstmals das Gefühl von einer passenden Balance im Auto. Jetzt müssen wir noch einiges am Fahrzeug ändern, um das Setup auf die Strecke anzupassen. Es liegt noch einiges an Arbeit vor uns." führte Carter weiter aus. Dementsprechend schwer wird es der Rennstall auch in Brasilien haben. Ein Update lässt immer noch auf sich warten und so müssen die Piloten vor allem das eigene Material überwinden. Das spiegelt sich derzeit auch in den Trainingszeiten wieder, hier liegt Manziel noch am Ende des Feldes, ohne aber bereits ein erhöhtes Trainingspensum an den Tag zu legen. Entwicklungen sind also durchaus in den nächsten Tagen möglich. Zudem besteht auch in Interlagos immer die Chance auf ein Regenrennen. Nach den guten Erfahrungen in Kyalami könnte auch der Umstand dem Rennstall entgegen kommen, auch wenn es nach bisherigen Daten wohl eher einen trockenen Rennabend geben könnte.


Realistischerweise wird der Brasilien GP also die nächste große Hürde für Manziel GP. Doch vielleicht sorgt hier der Schwung aus dem vergangenen Rennen dafür, dass man auch am Sonntag für die ein oder andere Überraschung sorgen kann. Denn wie wir am Anfang festgestellt haben: Das Business ist schnelllebig.


Hier findest du die aktuellen Trainingszeiten zum Brasilien GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021



Autor: Julian Kopp