VFC-Brasilien Analyse: Razor GP - Hoffen auf ein Chaosrennen


Razor GP; mit Teamchef Bastian Paisler und Neuzugang Tim Brendel versprach diese Konstellation eine ernstzunehmende Gefahr für die Spitzenteams. Doch bereits vor der Saison kamen die altbekannten Beschwerden des Bastian Paisler über das Auto wieder auf, die man aber im Fahrerlager nicht besonders ernst nahm. Man ging davon aus, dass der Wagen von Razor wieder vorne angreifen könnte.


Nach zwei Rennen ist allerdings die Ernüchterung eingetreten. Man dümpelt hinten im Feld herum und scheint kaum aus eigener Kraft um die Punkte kämpfen zu können, zumindest bis jetzt. Daher braucht es Chaosrennen, wie es letzte Woche in Kyalami der Fall war. Doch Daniel Bentenrieder verweigerte dem Razor-Rennstall die ersten Punkte, nachdem er Tim Brendel in der drittletzten Kurve um die eigene Achse drehte. Bastian Paisler dagegen blieb fast das gesamte Rennen über hinweg blass, was man bei Razor wohl aber nicht als Negativ ansehen wird. Es braucht momentan diese konstanten Zieleinfahrten, um die Entwicklungsarbeit anzukurbeln und bitter nötige Updates auf den Weg zu bringen. Umso bitterer, das eigentlich für Südafrika geplante Update kam nicht zum Einsatz. Ein Fehler, welcher das Team zusätzlich geärgert haben dürfte.


Für das Brasilien-Rennen bleibt man bei Razor GP dementsprechend stark realistisch; aus eigener Kraft wird man nicht um die Punkte kämpfen können. Für Bastian Paisler habe das Auto immer noch zu viele Nachteile und nach der Zielflagge würden sich mehr Fragen als Antworten für das Team ergeben. Dem Wagen sei "nichts Positives" abzugewinnen. Einige Erkenntnisse habe man aber in den letzten beiden Rennen gewinnen können, unter anderem Defizite an den Bremsen sowie Probleme am allgemeinem Setup. "Die eigentlichen Stärken, die uns vor der Saison von anderen zugeschrieben wurden und auch auf dem Papier sichtbar waren sind so marginal bzw. nicht vorhanden, dass uns auch die beste Entwicklung im Feld nicht nach vorne bringen wird. Dafür gibt es eigentlich nur eine einzige Bezeichnung: ''Kolossale Fehlkonstruktion''.", so Paisler. Man erhoffe sich dementsprechend für das bevorstehende Rennen wenig und befürchte wie immer viel, da dass Gesamtpaket beim momentanen Stand nicht viel zuließe.


Auch Tim Brendel äußert sich wenig optimistisch mit Ausblick auf Interlagos. Allerdings sind die Trainingszeiten seines Teamkollegen und Teamchefs bisher nicht so schlecht wie in den letzten beiden Rennen zuvor. Man scheint an den Manziels dran zu sein, allerdings werden wohl erst in den nächsten Tagen die wahren Pace-Zeiten der Konkurrenz zu Tage treten. Brendel hofft dieser Umstände daher wieder auf ein ähnliches Rennen wie in Kyalami: "Große Hoffnungen auf Brasilien mache ich mir ehrlich gesagt nicht. Wir haben anscheinend wieder nicht die Pace um in die Top 10 zu fahren. Wir müssen evtl. auf ein wenig Chaos im vorderen Feld hoffen, dass vielleicht etwas in Richtung Punkte gehen könnte."


Bei Razor GP ist momentan "Durchhalten und Durchfahren" die Devise, anders wird man das Auto des Teams nicht nach vorne kriegen. Updates werden sehnlichst erwartet um einigermaßen um die Punkte mitkämpfen zu können. Die Chaosrennen müssen dazu immer genutzt werden, ein Fehltritt (Kyalami), wenn auch unverschuldet, darf dem Team um Bastian Paisler nicht wieder passieren. Bei Razor GP sind die Aussichten nicht gerade rosig, dass muss man so festhalten. Verzweifeln sollte man allerdings nicht, schließlich hat man immer noch eine gute Entwicklung über die Gesamtsaison hinweg.


Hier findest du die aktuellen Trainingszeiten zum Brasilien GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021


Autor: Jörn Dicks