VFC-Brasilien Analyse: Volksmobil - Mit weniger Druck nach Brasilien


Nach einem schweren Auftakt in Melbourne hat sich das Volksmobil Team mit dem zurückliegenden Rennen in Kyalami selbst viel Druck von den Schultern genommen. Mit dem Sieg von Sven Schubert verzeichnete das Team ein erstes Erfolgserlebnis, in einer Phase, in welcher man zum Siegen verdammt ist.


Doch auch diesen Triumph gab es zumindest nicht komplett von der Konkurrenz geschenkt, auch wenn der Fahrfehler von Cooper McAllister (Cliffort) die Führung erst ermöglichte. Es war aber auch Schuberts Hang zum Risiko mit einer alternativen Reifenstrategie alle zu überrumpeln und sich somit in eine gute Ausgangssituation zu bringen. Beim aktuellen Weltmeister Kevin Peters hingegen lief es wieder Mal nicht ganz rund. Sein strategisches Risiko schlug fehl und so blieb am Ende wieder ein fünfter Rang. Gänzlich zufrieden ist man damit nicht und auch Teamchef Andrews sagte nach dem Rennen: "Grundsätzlich sind wir mit unserer Performance zufrieden, welche sicherlich durch die Bedingungen gefördert wurde. Sven hat einen super Job gemacht, bei Kevin lief es etwas unglücklich. Aber generell haben wir auch einfach noch viel Luft nach oben." Peters selbst zeigt sich Kritikern gegenüber herausgefordert. Die ersten beiden Rennen sieht er nicht als Katastrophe sondern eher als Chance. "Natürlich nicht, wir befinden uns weiterhin im Meisterschaftsrennen und das ist die Hauptsache. Durch den DC im Melbourne Quali war der schlechte Start leider schon vorprogrammiert."


Dementsprechend energisch blickt Teamchef Andrews nun auf den Brasilien Grand Prix. Allerdings kann man von keiner astreinen Vorbereitung sprechen. Im Fahrerlager kursieren Gerüchte, das Verhältnis der beiden Teamkollegen sei mittlerweile schon etwas angeschlagen. Ein Szenario, welches man schon vor der Saison auf dem Schirm hatte. "Natürlich gibt es Reibereien wenn sie zwei so verschiedene Charaktere im Team haben, aber das war uns von vorne herein bewusst. Das sind zwei schwierige Typen. Dann ist eben nicht jeden Tag Friede, Freude, Eierkuchen." kommentierte Andrews die Gerüchte.


Für Brasilien werden nun zumindest die Karten neu gemischt. Wie zu erwarten war, zeigt sich Volksmobil auf der eher Topspeed lastigen Strecke wieder in der Spitzengruppe vertreten und kann durchaus mit starken Zeiten glänzen. Das Problem hingegen liegt, wieder einmal im Pironi Reifen. Auf die Nachfrage nach deren Verschleißrate in Interlagos antwortete Sven Schubert den Reportern mit einem trockenen "Ja!". Genauso sieht sich der Schwabe auch nicht als Siegkandidat am heutigen Rennabend. "Nein wir werden kein Siegfavorit sein. Dafür sind andere zu stark und unsere Reifen halten nicht lang genug." Hört man dann beim Teamkollegen nach hören sich die Aussagen etwas anders an und verdeutlichen wie unterschiedlich es derzeit beim ambitionierten Rennstall von statten geht. Kevin Peters zumindest ist in Sachen Reifen zuversichtlich. "Der Reifen funktioniert auf dem Long Run überraschend gut und ich bin sehr zufrieden mit dem Verschleiß. Selbe Situation hatte ich bereits in Kyalami, doch da kam dann das schlechte Wetter und meine unglückliche Reifenwahl dazu. Es wird wieder darum gehen Lukas zu schlagen, doch auch ein Podiumsplatz wäre in Ordnung."


Dass es also in Brasilien wieder keinen Spaziergang zum Sieg geben wird ist allen Beteiligten offenkundig bewusst. Mit einem Mix aus günstigen Ausgangslagen und vielleicht der ein oder anderen Regenphase, könnte dem Team der Sprung bis an die Spitze doch wieder gelingen oder zumindest ein Platz auf dem begehrten Podium.


Hier findest du die aktuellen Trainingszeiten des Brasilien GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021


Hier findest du den Livestream ab 17:45 Uhr:



Autor: Julian Kopp