VFC Europa-Analyse – Teil 3: Ein weiterer Schritt im WM-Kampf

Cliffort Royal Racing: Immer noch in der Top-Gruppe, aber nicht wie zu Anfang der Saison

Man könnte sich fragen, was hat Cliffort noch im dritten Teil der Analyse zum Nürburgring Grand Prix zu suchen, jedoch sollte man dies mit einfachen Fakten wiederlegen können. Immerhin sind die letzten Grand Prix nicht wirklich Strecken, denen dem Cliffort liegen sollten, dennoch hat man mit wichtigen Zählern auf sich aufmerksam gemacht: 15 Punkte in Deutschland, 4 Punkte in Österreich, 10 Punkte in Belgien und 2 Punkte in Italien. Das macht in Summe 31 Punkte, auf Strecken, auf welchen ein Cliffort eigentlich eher weniger was in den Punkterängen zu suchen haben sollte. Denn der britische Bolide glänzt nicht wirklich mit Top-Speed (im Schnitt 315 km/h), hat aber dafür die Downforce um in den langsameren Passagen der Top-Speed-Strecken wieder Boden gut zu machen. Gut für Cliffort, dass nun wieder Strecken kommen, welche Downforce-lastiger sind.


Die Ziele laut Cooper McAllister sind klar gesteckt: „Beide Autos in die Punkte und vielleicht einer in den Top 6 wäre schön (bei normalem Wetter)“. Vor allem mit dem starken Fabian Walter kein Ding der Unmöglichkeit. Von den zuletzt eingefahrenen 31 Punkten, hat er mehr als die Hälfte, nämlich 20 Punkte eingefahren. Eine Entwicklung, die man so gar nicht erwartet hatte. Denn McAllister sollte nach dem Knezevic-Abgang die klare Nummer 1 im Team sein, was die Ergebnisse jedoch nicht widerspiegeln. Jedoch ist innerhalb des Teams nichts von einer Rangordnung zu sehen, wer Fahrer 1 oder Fahrer 2 ist. Auch Walter gibt wie McAllister ein weniger ambitioniertes Ziel nach außen: „Ja, ich denke Top 10 sollte drin sein, Top 5 wäre natürlich genial, aber ich denke da sind andere Autos noch schneller.


Mit Cliffort ist weiterhin zu rechnen, dass sie die vierte Kraft in der Konstrukteurs-WM bleiben, denn nun kommen Strecken, wo sie wieder wichtigen Boden auf die Verfolger gut machen können. Jedoch sind sie nicht mehr so stark wie zu Beginn der Saison, weshalb sie befürchten müssen, dass Russia GP sie im Laufe der Saison aufgrund besserer Entwicklung überholen wird…



Scuderia Cesario: Nach der Heimpleite der nächste Dämpfer?

Das Monza-Wochenende war nicht wirklich für die italienischen Teams von Erfolg gekrönt. Lukas Schmidt (Platz 5) war neben Daniel Bentenrieder (Platz 8) der Einzige, der noch Punkte in Italien lassen konnte. Und das obwohl die italienischen Teams allesamt angekündigt haben, hier Punkte einzufahren. Folglich waren beide Cesario-Piloten nicht zufrieden: „Nein definitiv nicht. Die Pace im Rennen war überraschend gut im Vergleich zur Vorbereitung, wodurch wir definitiv gegen Marc um den Sieg hätten kämpfen können. Aber durch unsere Bremse und die Gridstrafe haben wir im ersten Stint schon sehr viel Zeit verloren. Und der Regen am Ende hat uns dann das Rennen komplett zerstört.“, so Schmidt. Auch Max Hayman war „sehr unzufrieden. Das Qualifying war ganz in Ordnung, wobei ich Platz 3 auch aus eigener Kraft hätte schaffen müssen, im Rennen gings aufgrund der Bremse, zweier Strafen und eigenen Fehlern nach hinten. Durch meine gute Start Position und den "Druck" im Heimrennen habe ich mir wahrscheinlich zu viele Gedanken gemacht was schief gehen könnte und war insgesamt zu nervös.


Nun gilt es wohl mit dem durchwachsenen Wochenende abzuschließen und den Fokus auf das nächste Rennen zu legen. Wobei man auch hier im Voraus schon nicht mit den Gegebenheiten zufrieden ist, so Cattivo:Wir werden uns aufgrund des Layouts und der Beschaffenheit des Asphalts schwer tun am Nürburgring. Ich erwarte ein schwieriges Rennen.“ Ein Rennen, wo die Konkurrenz weiterhin wichtigen Boden auf das italienische Spitzenteam gut machen könnte, vor allem weil Jannis Wollborn überraschend in Monza gewonnen hat. „Jannis hat durch diesen "ungeplanten" Sieg sicherlich das Momentum auf seiner Seite und ist nun Favorit auf den Titel.“, so der mexikanische Teamchef. Durchaus wurden im WM-Kampf die Karten neu gemischt, wodurch der WM-Titel für Lukas Schmidt in weite Ferne rücken könnte.


Somit erwartet das Team Cesario ein Wochenende, welches sie mit Zähneknirschen erwarten werden…


Nachtrag: Aufgrund persönlicher Umstände wird Max Hayman den Grand Prix nicht bestreiten. Da Jan Winter ebenfalls am Sonntag nicht zur Verfügung steht, wird Dominik Wiesner seinen ersten Einsatz in der VFC erhalten.



Newman Racing: Der Junge mit der Superkraft: Magic Wollborn?

Da war er wieder, der Wollborn. Kaum regnet es und er fährt postwendend auf den ersten Rang. Auf Nachfrage bei seinem Teamkollegen Yannik Barwig, ob es sich hier um eine Superkraft handelt, antwortet er: „Nein keine Superkraft, er ist einfach besser als der Rest“. Komisch, dass er das vor allem dann zeigt, wenn Regen einsetzt. Auch Michael Schumacher hatte diese Superkraft und wurde seinerzeit als Regengott bezeichnet, somit kann dieser Status auch Wollborn zugesprochen werden, welcher seine Exzellenz auf nasser Strecke immer wieder zeigt. Eine Gabe, die einen Weltmeister ausmacht, so wie das deutsche Idol seinerzeit.


Jedoch ist Wollborn noch nicht Weltmeister, aber auf einen guten Weg dorthin. Das Team bietet gute Voraussetzungen mit seiner Entwicklung und die kommende Strecke am Nürburgring dürfte dem Deutschen liegen, dennoch sieht er sich nicht vorne: „Ich hoffe, dass wir vor meinen WM Rivalen ins Ziel kommen. Russia GP ist mal wieder laut den Trainingszeiten auf einem anderen Level.“ Das war der Russia GP auch, bevor in Monza der Regen kam. So hofft auch hier Wollborn wieder auf Regen: „Ich hoffe immer auf Regen. Regen kann es im Rennen nie genug geben.“


Allerdings ob man beide Newman im vorderen Feld sehen wird, ist eher unwahrscheinlich. Barwig dämpft die Erwartungen, weil er „den mit Abstand ungenutztesten Motor im Feld“ hat und somit „rechne ich mir daher nichts aus“. Auch er hofft folglich auf Regen, um ein paar Plätze auf nassen Verhältnissen gut machen zu können.


Somit wird man wohl aktuell in der Newman Zentrale mit dem Hobby-Kachelmann Barwig Regentänze durchführen um eines hervorzurufen: Magic Wollborn. Wenn es regnet, ist er der Erfolgsgarant im Feld und somit der große Kanditat auf den Sieg am Nürburgring.



Volksmobil Blue Horns: Ist nur noch der amtierende Weltmeister weltmeisterlich?

Neben der Scuderia, ist auch der Werks-Rennstall durch Dämpfer geplagt. Erst vergisst der Teamchef für das Wochenende einen neuen Motor anzumelden, dann kommt da auch noch ein junger frecher Wollborn, sowie Russia GP und luchst dem Rennstall wichtige Punkte ab. Und das auf einem Kurs, wo man Volksmobil mit dem stärksten Motor im Feld, weit vorne hätte sehen müssen. Das Resultat: Schubert auf Platz 4 und Peters auf Platz 6. Und das auch nur, weil der Regen dem Team in die Karten gespielt hatte. Mit neuem Motor und trockenen Wetter wäre für beide durchaus das Podium möglich gewesen, soweit die Theorie. Zur Frage, ob ein neuer Motor dem Team geholfen hätte, antwortet Sven Schubert: „Nein, weil die Planung die ganze Saison schon so war wie sie jetzt ist. Die 19 PS weniger in Monza haben den Braten jetzt auch nicht Fett gemacht. Eher die schlechte Übersetzung die uns locker 10 km/h auf der Geraden gekostet hat.“ Auch für Peters stellt sich heraus, dass der bereits benutzte Motor die bessere Entscheidung war: „Im Nachhinein muss man allerdings sagen, dass es die richtige Entscheidung war, da ich auf den WM Führenden nur ein Punkt verloren habe und jetzt noch einen komplett neuen Motor habe.“


Somit ist man mit dem Resultat der beiden Piloten zufrieden, da die Punkteverteilung für das Top-Team weiterhin zufriedenstellend ist. Während der Erstplatzierte Lukas Schmidt noch 106 Punkte hat, sind neben Wollborn (105 Punkte) die beiden VM-Piloten die ärgsten Verfolger: Schubert 101 Punkte und Peters 72 Punkte.


Besonders zum zweiten Heim-Grand Prix, will der Deutsch Peters so richtig angreifen: „Am Nürburgring, nahe der Heimat sehen die Trainingszeiten bisher gut aus. Ich kann jetzt wieder auf Top 5 Platzierungen hoffen statt dem Fight um die letzten Punkteränge. Mit einem neuen Helm soll es jetzt weiter bergauf gehen.


Wollen wir es hoffen, den amtierenden Weltmeister wieder weiter vorne zu sehen. Und zur anfänglichen Frage: Nicht nur er ist weltmeisterlich unterwegs, sondern auch sein Teamkollege. Das Konzept geht weiterhin auf und verspricht weiterhin eine spannende WM.


Autor: Johannes Greulich


Hier gehts zu den aktuellen Trainingszeiten des Europa GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021