VFC-Fahrerlager - Zwei Wochen vor dem Test: Fahrerbeben in der Königsklasse!


Vergangene Woche ging eine große Nachricht durchs Fahrerlager. Kevin Peters, der Weltmeister 2020 verlässt die VFC vor der Saison und wird damit nicht für Cliffort Royal Racing in der kommenden Saison antreten. Für Teamchef Dominic Röhken eine Hiobsbotschaft und gleichbedeutend mit einer Menge Arbeit. Schon in der vergangenen Saison musste er nach den ersten drei Rennen schließlich den Bosnier Aleksandar Knezevic ersetzen. Holte damals Fabian Walter aus der D2.


Nun ist Röhken bereits nach wenigen Tagen fündig geworden und löst mit seinen Transferaktivitäten direkt ein kleines Beben aus, welches ein weiteres Team betrifft. So teilte Röhken mit, man werde in die neue Saison mit Yannik Barwig als zweitem Fahrer starten. Eine Option, welche in den vorherigen Spekulationen nicht für möglich gehalten wurde. Dass es jetzt doch dazu kam hat wohl selbst die Beteiligten überrumpelt. So kommtentierte Newman Racing Teamchef Patrick Newman den Deal immernoch mit ungläubigem Unterton: "Bwoah...Hatte mich gewundert. Ich wusste von den Problemen bei Cliffort. Dass Yannik aber dahin wechseln würde, hatte ich nicht auf dem Schirm."

Newman Racing ging bei der ganzen Geschichte allerdings nicht leer aus. Statt Yannik Barwig wird nun David Jundt das Cockpit für 2022 übernehmen und an der Seite von Sven Schubert fahren. Jundt war zuvor als heißer Kandidat auf das Cliffort Cockpit gehandelt worden, nachdem er bereits 2021 seinen ersten erfolgreichen Ersatzfahrereinsatz in der VFC für die Briten hatte. Damit wird Jundt nicht wie geplant mit seinem Monarch Motorsport by Basilea Team in der D2 antreten. Doch warum kam ausgerechnet Yannik Barwig Röhken in den Sinn? Der Cliffort Teamchef führte vor allem die lange History der beiden ins Feld: "Yannik und ich kennen uns ja schon lange und waren ja früher auch schon Teamkollegen, das heißt der Kontakt war nie ganz weg. Daraufhin sickerte ein bisschen durch das Yannik doch schon bock auf Cliffort hätte und ich mein was hatte ich zu verlieren?" Auch für Barwig selbst ist es laut eigener Aussage der "Hauptgrund" für den Wechsel gewesen.


"Ich habe nach dem Ausstieg von Kevin Peters ein Gespräch mit meinem langjährigen Weggefährten Dominic Roehken geführt, der sich einen Wechsel von mir zu Cliffort sehr gut vorstellen konnte. Dann gab es Gespräche mit Newman, die mir den Weg zu Cliffort ermöglicht haben. Es freut mich sehr, zukünftig mit Cooper und Dominic zusammen-zuarbeiten. Bereits seit 2013 stehen wir im Kontakt und haben nun die Möglichkeit, erstmals als Gespann zu agieren." so der Heidelberger. Die Stimmung zwischen ihm und Sven Schubert soll sich indessen ordentlich abgekühlt haben. Insidern zu Folge soll Schubert nach der Bekanntgabe mit dem Shisha-Schlauch nach Barwig geschlagen haben. Ob sich hier eine neue Streckenfeindschaft für 2022 anbahnt? Hört man Barwigs Ziele für die kommende Saison klingt das anders. Gegenüber den Reportern sagte er: "Das große Ziel ist und bleibt jedoch natürlich, die Saison vor Fabian Jungbluth zu beenden."

Und David Jundt? Der war nach der Verkündigung durchaus zu scherzen aufgelegt. Legte aber auch offen, dass er gar nicht mehr mit einer VFC-Teilnahme gerechnet hatte. "Der Glamour der VFC im Kontrast zur D2 machte den Ausschlag, außerdem gefiel mir der D2-Kalender nicht so. Nein, Spass! Als D2 und Ersatzpilot war ich über die Festtage in Gedanken schon bei der Fortsetzung meiner D2-Karriere. Dann kam Knall auf Fall der Anruf von Dominic" so Jundt. Als Ziel für 2022 setzte er sich nach seinen guten D2 Auftritten im letzten Jahr konstant Punkte zu sammeln und einen guten Eindruck zu hinterlassen.


Man darf also gespannt sein wie sich auch David Jundt im selbsternannten "Haifischbecken VFC" anstellen wird. Er und Yannik Barwig stellen allerdings interessante Personalien für 2022 dar. Der Fahrermarkt dürfte in Folge dessen nun etwas zur Ruhe kommen.


Autor: Julian Kopp