VFC-Fahrerporträt 2021 - Ausgeschlütert? – Zwischen Potential, Druck und dem richtigen Umfeld


Es gibt kaum einen Fahrer in der GSO der in der VFC, verglichen mit seinem Potential, schon so viele gute Ergebnisse weggeben hat. Der „Meister der Events und Nebenserien“ zeigt regelmäßig Fleiß, Pace und Leidenschaft. Durch unbedachte Aussagen und unver-ständlichen Aktionen auf den Strecken der GSO-Welt ist Schlüter mindestens deutlich unterschätzt. Manche würden auch sagen berüchtigt. Ist es ehrlich oder naiv, wenn man in einer PK nach dem Rennen seine Verwunderung darüber bekannt gibt, dass man vergessen hatte das richtige Motorprogramm einzustellen? Man weiß es nicht. Schlau ist es jedenfalls nicht, wenn es darum geht sein Standing innerhalb des Fahrerlagers zu verbessern.


Rückhalt bei Russia


Sein Teamchef Wladislav Russinov hingegen hat Schlüter schon längst ins Herz geschlossen, gerade weil er auch mal etwas „verschlütert.“ Von seinem Teamchef kann er intern Unterstützung, Motivation und Ratschläge erwarten, nebst einem passablen Arbeitsgefährt. Menschlich scheint es auch zu passen. In der Öffentlichkeit wird sich das Team immer vor Schlüter stellen. Wenn sich der Trend 2022 fortsetzt, den man bereits in der abgelaufenen Saison beobachten konnte, wächst da etwas zusammen. Wenn man einem Spruch glauben schenken darf, in welchem es heißt die Zukunft gehöre den Machern, nicht den Zauderern, könnte die Partytruppe Russia GP mit einem motivierten und fokussierten Schlüter noch einige überraschen.

Noch lange Zeit


Mit seinem starken Auftritt beim RaceBet500, der IGP Winterserie und der VTCC (Meister wurde er in den beiden letztgenannten), hatte Schlüter 2022 gezeigt, dass er gewinnen kann. Auch in der VFC gelang das „endlich“ -wie er sagte und viele meinten- in Mexiko. Bei jemandem der so viel Leidenschaft für Simracing in sich trägt wie Schlüter, sollte man meinen, dass er noch lange Zeit hat etwas Größeres als einen Sieg in der VFC unter Beweis zu stellen. Mit Russia GP hat er ein Team was hinter ihm steht, ihm seine Fehler auf und neben der Strecke verzeiht und ihn auch menschlich schätzt. Genau das braucht Schlüter und wenn es mit einem Team klappen kann, dann mit Russia GP. Zeit sollte er noch genug haben, denn seine Leidenschaft für Simracing sollte sicher noch einige Jahre anhalten.




Autor: Michael Kosbau