VFC-Gerüchteküche: Das VM-Beben und seine Folgen


Lange blieb es in der Silly-Season der VFC verhältnismäßig unkonkret. Das ein oder andere Gerücht und erste Spekulationen machten die Runde. Offizielle Bekanntmachungen blieben aber aus. Mit seiner plötzlichen Team-Ankündigung für 2022 hat ausgerechnet das Volks-mobil Team jetzt die flüsternde Stille zerrissen. Gerade der Rennstall, welcher sich aus den großen Verhandlungsrunden bisher rausgehalten hatte. Die Folgen für den GSO-Fahrer-Transfermarkt könnten erheblich sein. Wir werfen einen Blick auf die derzeitigen Team-planungen der Top-Rennställe Scuderia Cesario, Newman Racing und Cliffort Royal Racing sowie die dazugehörigen Fahrergerüchte, welche sich nun aus der neuen Situation ergeben.

Scuderia Cesario

Der italienische Traditionsrennstall gibt sich in der diesjährigen Silly-Season sehr aktiv. Das muss man bei Cattivo & Co. auch sein. Die aktuelle Fahrerpaarung mit Lukas Schmidt und Max Hayman wird man wohl so nächstes Jahr nicht mehr zu Gesicht bekommen. Hayman scheint derzeit nur als Übergangslösung bis Saisonende eingeplant zu sein. Glaubt man dem Buschfunk so geht auch der Cesario Pilot selbst nicht von einer weiteren VFC-Saison aus. Weder bei den Roten noch bei einem anderen Team. Stellt sich für Teamchef Gonzalez Cattivo die Frage nach seinem großen Titelkandidaten. Eigentlich sollte 2021 ein Aus-nahmecomeback für Lukas Schmidt werden. Einmal zurückkommen und seinen Welt-meisterstatus untermauern, danach zur Ruhe setzen. Doch auch hier könnte sich die Lage geändert haben. Der große Comebackerfolg steht auf der Kippe. Ob Lukas Schmidt sich dieses Jahr den Titel sichern kann, bleibt ein Fragezeichen. Dementsprechend soll sich laut Cattivo auch Schmidts Planung geändert haben und der Doppelweltmeister doch nicht mehr so abgangswillig sein wie vor der Saison. Eine solche Verlängerung würde die Planungen erheblich erleichtern. Dennoch bahnt sich bei den Roten der nächste Pauken-schlag an. In den vergangenen Wochen fielen im Zusammenhang mit den Italienern immer wieder große Namen. Seien es Jannis Wollborn, Pascal Pohlenz oder Kevin Peters. Letzterer wird nun durch die VM-Bekanntgabe verfügbar und zur realen Transferchance. Offen bleibt hier nur ob der aktuelle Weltmeister sich vielleicht sogar ganz aus der VFC zurückzieht. Für Cesario blieben dennoch gute Optionen und falls sich die Italiener wirklich dazu entscheiden nächstes Jahr auf zwei Topbesetzungen innerhalb der Cockpits zu bauen, so könnte es ein neuer großer Angriff auf den Konstrukteurstitel sein, auf den man dieses Jahr wohl keine realistische Chance mehr hat. Glaubt man den Gerüchten führte der mexikanische Teamchef zumindest schon einige Gespräche und ist damit weiter einer der Hauptakteure der Silly Season. Was am Ende bei rauskommt und wann, wird dann die Zeit zeigen müssen.


Newman Racing

Auch bei Newman Racing deutet sich viel Bewegung an. Die derzeitige Fahrerkonstellation erscheint äußerst fragwürdig für 2022. Das liegt vor allem an Jannis Wollborn. Der Weltmeister von 2019 scheint nach einigen loyalen und turbulenten Jahren ehrlich abgangswillig vom deutschen Rennstall zu sein und sich nach neuen Optionen umzusehen. Das kurioseste Gerücht dabei ist wohl noch ein Transfer zum kleinen Kultrennstall Manziel GP. Wahrscheinlicher erscheint aber wohl ein Wechsel zur roten Scuderia Cesario. Cattivo zeigte sich schon lange als Fan von Wollborns fahrerischen Fähigkeiten. So oder so kann man wohl davon ausgehen, dass Wollborns Cockpit im nächsten Jahr verfügbar ist. Da kommt dem Team die VM-Bekanntmachung gerade recht. Denn Sven Schubert erscheint wohl als heißester Kandidat im Falle eines Wollborn Abgangs. Das hat nicht ausschließlich mit Schuberts Top-Qualität als Fahrer zutun. Der derzeitige VM Pilot begann seine Karriere gemeinsam mit Alexander Quickström neim Newman Rennstall und verbindet damit die Anfänge seiner GSO-Laufbahn. Laut internen Kreisen ist die Rückkehr zu Newman wohl mit die einzige realistische Option zum Karriereende in der VFC. Umso wichtiger werden die weiteren Neuigkeiten rund um Jannis Wollborn werden. Aber auch der zweite Newman Fahrer Yannik Barwig ist bei weitem noch nicht sicher. Auch hier könnte ein mögliches Karriereende oder zumindest eine Pause im Raum stehen. Der zeitliche Aspekt dürfte hier wohl in Zukunft entscheiden. Eine zeitnahe Planungssicherheit gibt es hier wohl nicht. Patrick Newman könnte also in den kommenden Monaten am runden Tisch viel zutun bekommen.

Cliffort Royal Racing

Neben den Topteams Cesario und Newman scheint Cliffort derzeit wohl noch die größte Planungssicherheit zu besitzen. Teamchef Dominik Röhken scheint derzeit wohl sehr interessiert daran seine aktuelle Fahrerpaarung aus Cooper McAllister und Fabian Walter für 2022 zu halten. Angeblich sollen die Verhandlungen hierzu schon weit fortgeschritten sein. Was viele nicht wussten, die neue Konstellation mit dem Australier und Walter könnte einen möglichen Transfer des umworbenen D2-Fahrers Jan Winter zu den Briten aus-stechen. Tatsächlich war der Nachwuchspilot der Torino Car Group hier bereits Anfang des Jahres in guten Gesprächen mit Röhken und so wurde ein gemeinsames Engagement in der VFC 2022 für beide Seiten immer wahrscheinlicher. Das scheint sich jetzt gedreht zu haben. Dennoch bleibt hinter dem britischen Rennstall ein Fragezeichen solange es keine offiziellen Bestätigungen gibt. Gerade ein Fabian Walter dürfte nämlich in VFC-Kreisen sehr begehrt sein und seine Optionen ausloten.



Autor: Julian Kopp