VFC Italien-Analyse: Teil 1: Neue Motoren heizen den Punktekampf an

Das Hinterbänklerfeld wird in diesem Rennen richtig aufgeheizt. Das liegt vor allem daran, dass alle Teams vom neunten bis zum zwölften Platz alle neue Motoren im Heck haben. Hier nun die Analyse zu den vier Teams.


Manziel GP – Mit neuem Motor in die Punkte?

Anstrengende Rennen liegen hinter Manziel GP. Seit Spanien ist man punktelos, dazu sorgte viel Pech für nicht gerade erfreuliche Ergebnisse. Das sah man auch beim letzten Grand Prix in Belgien, wo Travis Carter in aussichtsreicher Position lag, um sich bei einsetzenden Regen nach vorne zu bringen. Und diese Chance wollte Carter auch nutzen und ging bei den ersdten Tropfen in die Box, schließlich war ein großer Sturm angesagt, der bis zum Rennende anhalten sollte. Doch der Wettergott war dem Manziel-Teamchef nicht hold, schnell hörte der Regen wieder auf. Carter spekulierte zwar wieder auf neu einsetzenden Rennen, aber auch er musste am Ende erkennen, dass dies nicht mehr der Fall sein würde. Eine mutige und eigentlich richtige Entscheidung zahlte sich somit nicht aus.


Auch Morgan Freeway war als Ersatz für den abwesenden Sebastian Steinhauer kein wirklicher Lichtblick, da er mit den Streckenverhältnissen überhaupt nicht klarkam. Am Ende reicht es für beide Manziels nur für die Plätze 19 und 22, mit zwei respektive drei Runden Rückstand. In Italien soll dementsprechend alles anders werden, Punkte müssen her, wofür man bei Manziel aufrüstet. Beide Fahrer erhalten für den Italien-GP einen neuen Motor, um mitzuhalten und unter günstigen Umständen möglicherweise in die Punkteränge zu fahren. Teamchef Carter trübt die Erwartungen aber sehr, auf die Frage, ob man mit Punkten rechnen kann gab er eine einfache und klare Antwort: "Nein, wahrscheinlich nicht."


Dieser Pessimismus wird durch die Zeiten der beiden Manziel-Piloten bestätigt. Bisher fuhr man zwar nicht viel, aber dennoch kann man wohl damit rechnen, dass Manziel trotz neuem Motor nur durch viel Glück um den zwölften Platz fahren wird können. Beide werden hierfür sehr wahrscheinlich trotzdem drum kämpfen, vor allem Steinhauer, der Löwe aus Heidelberg, wird sicherlich wieder jeden gewonnenen Platz bis aufs Äußerste verteidigen. Und auch Travis Carter, bei dem vor allem in Österreich ein Aufwärtstrend zu erkennen war, dürfte alles Erdenkliche versuchen. Vielleicht sehen wir auch wieder einen frühen Wechsel auf Regenreifen, allerdings muss hierfür dieses Mal der Regengott mitspielen. Und die Aussichten auf Regen stehen am Sonntag nicht schlecht.



Beta Giulia – Den Geschwindigkeitsrekord aufstellen

Bei Beta Giulia schrillten nach den letzten Rennen die Alarmglocken. Zwar konnte man in Österreich einen Punkt retten, aber Bentenrieder fiel wegen der von ihm ausgelösten Massenkarambolage sehr negativ auf. Hier hatte man eine gute Chance auf Punkte weggeworfen. Und auch in Spa fiel Bentenrieder wieder negativ auf, drehte beinah Lukas Schmidt in Kurve 1 um und sorgte später im Rennen dafür, dass Sven Schubert seinen Rivalen kurrzeitig überholte und den zweiten Platz einnahm. Am Ende war Bentenrieder auf Platz 18 zu finden und wieder für eine negative Schlagzeile gut.


Das soll sich in Monza ändern. Bentenrieder wurde laut Greulich darauf angewiesen, es jetzt wieder ruhiger angehen zu lassen, sich in den ersten Runden zu positionieren und dann "....zu warten, dass sich das Feld ein wenig setzt und dann kann man die Stärken des Beta Giulias ausspielen." , so Teamchef Johannes Greulich.

Von der kühnen Aussage zu Anfang der Saison, man wolle ein Podium in Monza holen, rückt der Teamchef jedoch ab. "Wir haben das Material dafür und es muss ja kein Podium sein. Ich will nur einen Bentenrieder wie in Monaco sehen, das ist alles.". Punkte sollen also her und Bentenrieder soll und will sich wieder stabilisieren. Das ist auch bitter nötig, da man mittlerweile auf den vorletzten Platz abgerutscht ist.


Greulich selbst nimmt für Monza sein Saisonziel ins Auge: "[...]hoffentlich schaffe ich es mal in die Punkte. Das ist mein Saisonziel, sodass ich dann zum Ende der Saison zufrieden als aktiver Fahrer in Rente gehen kann." So kündigt Greulich im gleichen Satz auch seinen Rücktritt nach dieser Saison an, was aber ohnehin ein offenes Geheimnis war.

Punkte sollen also her und die sind mit dem neuen Motor und einem neu aufgebauten Bentenrieder durchaus möglich. Und der wirkt auf den Geraden Wunder, den laut Greulich will man ohne Windschatten auf den Geraden bis zu 330 km/h erreichen. Nur der Regen könnte diesen Geschwindigkeitsrekord, den man bei Beta Giulia brechen will, einen Strich durch die Rechnung machen.



R-Cademy – Zum Heimspiel in die Punkte

Wieder einmal wird bei r-Cademy ein Fahrer fehlen. Dies liegt unter anderem daran, dass bei RazorTim Brendel fehlt und Alexander Kraft nach Belgien seine zweite Chance im Razor bekommt, um sich zu beweisen. Somit steht noch offen, wer Kraft im r-Cademy ersetzen wird. Tatsache ist, dass Lorenzo de Ciutiis beim Heim-GP die Führung im Schwesterteam von Razor GP übernehmen wird.


Und eine weitere Tatsache ist, dass man bei r-Cademy beim kommenden Renntag, wie die anderen Teams im Hinterbänklerfeld, die Punkteränge in Angriff nimmt. Das soll mit einem neuen Motor, wie auch bei Manziel und Beta Giulia, gelingen. De Ciutiis erhält für Italien ein neues Aggregat und wird vorne angreifen wollen. Dies kann man auch erwarten, schließlich ist de Ciutiis für seine aggressive Fahrweise bekannt. Das zeigt der Italiener aber bisher noch nicht ganz in der Zeitentabelle, fünf Sekunden liegt er fernab der besten Zeit von Marc Schlüter. Natürlich ist de Ciutiis aber als trainingsfaul bekannt, weshalb diese Zeit noch nicht aussagekräftig ist.


Teamchef Bastian Paisler will, wie schon angegeben, de Ciutiis beim Heimspiel in den Punkterängen sehen. Paisler geht sogar davon aus, dass die r-Cademys auf den Geraden schneller sein werden als die Razors. Trotzdem gilt für Paisler am Sonntag erstmal eins: "In erster Linie ankommen und dann punkte [holen]. Aber wird schwer. Weil die [r-Cademys] zwei langsamsten Autos auf der geraden bezogen auf Motor [sind]."

Scuderia SC Motorsport – Der Befreiungsschlag

Das letzte Rennen war für SCMM endlich die lang benötigte Befreiung. Das Auto hatte schon mehrere Male gezeigt, dass es eigentlich ein regelmäßiger Garant für Punkte ist. Aber oftmals sorgten Pech und selbstverschuldete Fehler dafür, dass man diese Punkteplätze nicht erreichte. Gerade der vertanen Punkteausbeute in Imola tut mit Sicherheit immer noch weh.

Und dann wurde Alexander Rütt schließlich mitgeteilt, dass er für nächstes Jahr nicht mehr bei SCMM fahren wird. Und diese Nachricht schien bei Rütt Kräfte freigesetzt zu haben. In Spa fuhr Rütt erst ein überragendes Qualifying, um in Anschluss dann auf dem fünften Platz ins Ziel zu kommen und in einer Phase sogar Lukas Schmidt unter Druck zu setzen. Rütt sorgte daher für die erste Punkteplatzierung für SCMM seit Imola und katapultierte den italienischen Rennstall auf den neunten Platz der Team-WM. Diese eine Leistung begeisterte so im Fahrerlager, dass Rütt gerüchteweise ein Vertragsangebot bei Manziel bekommen habe.


Gino Gaggiano dürfte sich nach dem belgischen Grand Prix auf jeden Fall einige Kommentare über sich ergehen lassen, vor allem bezüglich der Personalie Rütt. Aber darauf konzentriert sich der Italiener ohnehin erstmal nicht. Der Heim-GP für ihn und sein Team steht an und er sowie sein scheidener Teamkollege stehen ebenfalls mit einem neuen Motor da. Gaggiano ist im Gegensatz seinen Konkurrenten aber etwas zurückhaltender: "Ich denke erneute Punkte wären schon schön. Ob das jetzt 1 oder 5 Punkte sind spielt erstmal keine Rolle." Dabei steht Gaggiano wie immer recht gut in der Zeitentabelle da, momentan Platz 8. Wie das Ganze am Renntag aussehen wird, wird sich Sonntag zeigen. Der Regen könnte dabei SCMM und Gaggiano ebenfalls in die Karten spielen.