VFC-Jahresvorschau 2021 – Die K&K Analyse

Aktualisiert: März 7


Kurz vor dem Start des ersten Saisonrennens der VFC in Australien wird schon heftig spekuliert. Dabei sind klare Kräfteverhältnisse zwar schwierig einzuschätzen, jedoch lassen sich bereits erste Tendenzen erkennen. Michael Kosbau und Julian Kopp spekulieren fleißig mit!



Volksmobil-Blue Horns

Zwei Top – Fahrer, inklusive dem amtierenden Weltmeister und dazu einen Sven Schubert, welcher das Team schon kennt. Außerdem neuer Teameigner samt neuem Sponsor Das passt doch, könnte man kurz und bündig sagen. Die Piloten Peters und Schubert ergänzen ihre Stärken perfekt, beinhalten aber durch ihre schwierigen Charaktere auch internes Konfliktpotenzial. Sowohl in der Fahrer- als auch in der Team-WM bestehen so große Chancen auf einen Titel. Es wird sich zeigen ob die aggressive Entwicklungsstrategie von VM sich nicht gegen Jahresende rächen wird und die beiden Teamkollegen „Burgfrieden“ bewahren. Wenn nicht, könnte dieses Jahr ein frustrierendes Unterfangen werden.









Kevin Peters Sven Schubert


+ gute Vorbereitung

+ Erfahrungsreicher als 2020

+ Fahrer ergänzen sich gut

+ Professionelle Strukturen

- Unruheherd Fahrerego

- schwache Weiterentwicklung erwartet



Kosbau-Tipp: Titelkampf Kopp-Tipp: Titelkampf



Newman Racing

Das Newman Team hat eine frustrierende 2020er Saison hinter sich. Im neuen Jahr will das Team aber wieder angreifen. 2021 setzt Newman weiter auf Erfolgs-Partner D&G beim Motor. Dieser hat allerdings nach dem Erfolg 2019 deutlich eingebüßt. Ob die Kooperation über 2021 hinaus weiter bestehen bleibt ist fraglich. Mit dem neuen Fahrerduo Jannis Wollborn / Yannik Barwig sollte klar sein, wer hier die Erfolge an Land ziehen soll. Das kann von Vorteil sein, zudem ist Barwig ein überdurchschnittlicher Fahrer, der in guter Form ein Punktegarant ist. Mit dem zurückgekehrten Teamchef James Walter Newman hat man sich zudem weitere große Kompetenzen in den Rennstall geholt. Übergangsjahr oder zurück zum Titel? Beides ist möglich!








Jannis Wollborn Yannik Barwig


+ Rollenverteilung scheint klar

+ Wollborn im Leistungshoch

+ bewährte Strukturen, viel Erfahrung im Team

+ der Newman Faktor

- angeschlagene Finanzen seit 2019

- Downforce-Fokus droht zum Dogma zu werden

- D&G Antrieb als Wundertüte



Kosbau-Tipp: Titelkampf Kopp-Tipp: vorderes Mittelfeld



Razor GP

Razor GP hat nach dem Kunden-Chassis Jahr 2020 seine Eigen-ständigkeit zurückgewonnen. Das klingt im ersten Moment gut, aber das bedeutet auch: Mehr Eigenleistung und Verantwortung beim Chassis. Das man optisch und bei manchen Rennen wieder glänzen könnte, scheint vor-programmiert. Mit Bastian Paisler sitzt im neuen Jahr wieder der Teamchef im Cockpit und bleibt der große Trumpf des Teams. Mit Tim Brendel hat Paisler nun auch einen Piloten an die Seite bekommen, welcher es bisher bei vielen Möglichkeiten verpasste der Mann für die großen Momente zu sein, allerdings überzeugte er in der Qualifikation. Wie im Vohrjahr scheint das Team nicht zu 100% hinter dem Material zu stehen. Neues Understatement oder die bittere Wahrheit?









Bastian Paisler Tim Brendel


+ starkes Fahrerduo

+ Fahrer haben unterschiedliche Stärken

+ Designer Manabu Oda weiter an Bord

+ B -Team als mögliche Hilfe beim Setup

- Paisler wirkt auf der Strecke souveräner als in der Fabrik

- Größtes Ass (Reifen) von 2020 nicht mehr vorhanden

- neuer Umbruch als Belastungsprobe

- Team in der Vergangenheit eher für „one-hit wonder“ bekannt



Kosbau-Tipp: vorderes Mittelfeld Kopp-Tipp: vorderes Mittelfeld


Cliffort Royal Racing

Auch Cliffort tritt 2021 nicht mehr als Chassis-Konstrukteur, sondern als vollwertiges Team auf. Ob man die englische Krone stolz machen kann? Man ahnt: Das könnte gehen. Mit dem erfahrensten Piloten des Feldes Aleksandar Knezevic und dem ersten GSO Monoposto Weltmeister Cooper McAllister verfügt das Team über eines der stärksten Duos. Teamchef Dominic Röhken lacht sich bei dieser Paarung bestimmt schon vor Saisonbeginn ins Fäustchen – die Beiden hätten fast alle gerne eingetauscht. Aber auch Röhkens Erfahrung könnte über die Saison entscheidend sein.


Aleksandar Knezevic Cooper McAllister


+ Beide Fahrer erfahren und erfolgreich

+ Team profitiert vom starken letzten Jahr

+ Röhken lässt Fahrer Freiheiten

- Beiden könnte über ein Jahr der letzte Biss fehlen



Kosbau-Tipp: Titelkampf Kopp-Tipp: Titelkampf



Equipo Saldo

Aus Sicht mancher Experten beging man einen Fehler. Man ließ Designer Villa zum großen Bruder (VM) ziehen. Die Equipo selbst sieht darin kein Problem. Mit neuer Optik und einem Fahrerduo, welches durchaus als qualitativ bezeichnet werden kann, geht es in die nächste Saison. Dass es so nicht für ganz oben reicht, scheint egal. Interessant wird zu sehen sein, ob vor allem Luca Zorn, seine Leistungen konstanter auf die Strecke bringen kann. In den vorderen Punkteregionen wird man die beiden Stiere wohl dennoch ab und an sehen.









Luca Zorn Jannik Maleika


+ Fahrer mögen sich

+ Erfahrenes Fahrerduo

+ Solides Gesamtpaket

+ Kooperation mit VM

- Hoffnung auf große Erfolge scheint nicht zu bestehen

- Beide Fahrer oftmals nicht mit vollem Fokus auf die VFC

- Team scheint Status als kleinen Bruder akzeptiert zu haben



Kosbau-Tipp: unteres Mittelfeld Kopp-Tipp: vorderes Mittelfeld



Clipper Motorsport

Wenn es jemals ein Team gab, welches den Begriff „one-man-show“ so ausdrücklich zelebrierte wie Clipper, dann muss das schon länger zurückliegen. Doch Pascal Pohlenz ist eindeutig die Speer-spitze des amerikanischen Renn-stalls. Für Marvin Schumacher wird 2021 eine Qualitätsprobe und wichtig für seine weitere Entwicklung. Zeigt die sich positiv kann er den Teamkollegen unterstützen und seine eigene Zukunft in der VFC sichern.









Pascal Pohlenz Marvin Schumacher


+ Pohlenz ist an guten Tagen zu allem fähig

+ Fahrer verstehen sich gut

+ Wagen wurde an Pohlenz Fahrweise angepasst

- Schwaches zweites Auto könnte taktisches Problem sein

- Pohlenz manchmal zwischen Genie und Wahnsinn

- Team finanziell eher angeschlagen



Kosbau-Tipp: unteres Mittelfeld Kopp-Tipp: unteres Mittelfeld



Scuderia Cesario

Letzter in der Konstrukteurs-WM, was eine Blamage für den Traditionsrennstall. Nach dem Weggang von Pohlenz im letzten Jahr ging nichts mehr, auch wenn sich Fahrer und neuer Teamchef rätlich bemühten. Von einer Fehl-konstruktion war die Rede. Grund genug für 2021 nahezu das gesamte Personal auszutauschen. Mit der Verpflichtung von Lukas Schmidt schaffte man zudem einen Überraschungscoup. Dass der Teamchef den Italienern von Pironi den Rücken kehrte, überraschte viele. Larry Fischer bleibt auch 2021 an Bord und hofft auf mehr Erfolgserlebnisse.









Lukas Schmidt Larry Fischer


+ Schmidt ein absolutes Zugpferd

+ Großes Budget

+ Team will Demütigung von 2020 vergessen machen

+ Wagen ist stark auf das Rennen zugeschnitten

+ Potenzial des Wagens könnte größer sein als erwartet

- Team steht von Anfang an unter Druck

- Schwache Qualis könnten ein Problem darstellen

- abhängig von Lukas Schmidt



Kosbau-Tipp: vorderes Mittelfeld Kopp-Tipp: vorderes Mittelfeld



Manziel Grand Prix

Während Travis Carter als Teamchef einiges vorzuweisen hat, muss seine Pace bisweilen als Fahrer noch hinterfragt werden. Zusammen mit Sebastian Steinhauer bildet er ein sympathisches und solides Duo. Ob es für die Neu- bzw. Wiedereinsteiger zu Über-raschungen reicht bleibt abzuwarten. Auf Social Media hat das Team traditionell die „Pole Position.“ Zudem besticht der Manziel durch seine tolle Optik. Doch wie im Fußball gilt: Was zählt ist auf der Strecke!









Travis Carter Sebastian Steinhauer


+ Solide Basis durch VM Kundenmotor

+ Erfolgsdruck ist gering

- Ob sich der teure Motorendeal nicht rächt, bleibt abzuwarten

- (noch) nicht in der Lage finanziell mitzuhalten

- Pace der Fahrer



Kosbau-Tipp: Hinterbänkler Kopp-Tipp: Hinterbänkler



Russia GP

Das mit Russia GP zu rechnen ist, belegen viele Daten. Sich die Nachfolge von Speedster-Eurotech zu sichern war finanziell und strukturell klug. Nun planen die Russen den Frontalangriff. Mit einem der besten Diffusoren des Feldes und mit Marc Schlüter (allerdings eher GT- Spezialist) als Zugpferd. Auch Fabian Jungbluth hat seine fahrerische Qualität schon unter Beweis gestellt und bereits bestens ins Team integriert zu sein. Zudem hat Teamchef Russinov nach seinem Rücktritt als Fahrer nun mehr Zeit das Team zu managen. Mit Herault hat man einen bewährten Hersteller als Motorenlieferant. Klingt doch eigentlich ganz gut?!









Marc Schlüter Fabian Jungbluth


+ Solide Basis in allen technischen Bereichen

+ Gute Stimmung im Team

+ Solides Fahrerduo

- Schlüter unter Druck fehleranfällig / Jungbluth hat nicht immer die Pace

- Teamchef als „Bruder Leichtfuß“ verschrien



Kosbau-Tipp: vorderes Mittelfeld Kopp-Tipp: Titelkampf



Beta Giulia

Teamchef und Fahrer Johannes Greulich hat sich sehr intensiv mit allen Regeln und Statuten beschäftigt. Seinen Kumpel Daniel Bentenrieder an seiner Seite zu haben, ist sicherlich schön. Beta Giulia hat 2021 keine realistischen Chancen auf regelmäßige Punkte. Der teure Motor, der Beginn „von Null“ und die aggressive Ausrichtung des Fahrzeugs lassen nur eine Chance offen: Auf Highspeed-Strecken punkten und den italienischen Renngott anbeten. Gerade Bentenrieder dürfte aber auch das Potenzial haben, für die ein oder andere Überraschung zu sorgen.









Daniel Bentenrieder Johannes Greulich


+ Bentenrieder fährt um seine Zukunft und ist hoch motiviert

+ Aggressives Konzept lässt Chancen offen

+ Dauerhaft gute Stimmung im Team

+ gute Ersatzfahrer in der Hinterhand

- Team im ersten Jahr chronisch unter finanziert

- Greulich als Fahrer bisher eher Typ „Sonntagsfahrer“

- Team muss noch eigene Identität finden



Kosbau-Tipp: Hinterbänkler Kopp-Tipp: Hinterbänkler



R-cademy

Da ist Sie wieder: Die gute alte R-cademy. Mit Alexander Kraft und Lorenzo de Ciutiis setzt man auf zwei Piloten, welche in der Vergangenheit bereits für Überraschungen gesorgt haben. Allerdings mangelte es ebenfalls bei beiden an der Konstanz und Renn-vorbereitung. Wie Konkurrenzfähig der Wagen am Ende sein wird bleibt wohl bis zum Auftakt eine Wundertüte. Auch wie zukunftsfähig das Team als Ganzes ist bleibt abzuwarten.


Lorenzo de Ciutiis Alexander Kraft


+ Fahrerduo vielversprechend

+ Team hat nichts zu verlieren

- vor allem de Ciutiis immer für unbedachte Manöver gut

- beide Fahrer keine „Trainingsweltmeister“

- technische Schwierigkeiten bei Kraft



Kosbau-Tipp: unteres Mittelfeld Kopp-Tipp: Hinterbänkler



Scuderia CM Motorsport

Das dritte italienische Team im Bunde, ist eine echte Bereicherung – optisch sowie menschlich. In einem wunder-schönen dunkelrot (Bordeaux-Rot) mit schwarzen Elementen, gibt man 2021 sein Debüt. Die beiden Fahrer Gino Gaggiano und Alexander Rütt, bilden ein harmonisches und solides Fahrerduo. Anders als die Konkurrenten aus Italien, setzt man auf Pironi Reifen und den Herault Motor. Eine grundsolide Geschichte das Ganze. Die bisherige Pace macht Hoffnung auf regelmäßige Punktekämpfe.


Gino Gaggiano Alexander Rütt


+ Team ist grundsolide

+ Fahrer verstehen sich gut

- Team wird es im ersten Jahr schwer haben

- Kürzeste „Anlaufzeit“ aller Teams



Kosbau-Tipp: Hinterbänkler Kopp-Tipp: unteres Mittelfeld



Der Tipp der Weltmeisterschaftsplatzierung stellt eine subjektive Einschätzung der Autoren dar und bezieht sich auf die Möglichkeit in der Konstrukteurs-WM.




Hier findest du die aktuellen Trainingszeiten zum Australien GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021


Hier findest du unseren Australien-Stream:


Autoren: Michael Kosbau und Julian Kopp