VFC Kanada-Analyse Teil 3: Von Attacken auf den Fahrertitel und dem Kampf um Platz 3

Aktualisiert: Sept 11

Dies werden die entscheidenden Rennen der langen VFC-Saison 2021. Realistisch gesehen haben noch vier Fahrer die Chance auf den Fahrertitel, ein kleiner Fehler und einer könnte alles gewinnen und die anderen viel gewinnen. Die Mentalität "Alles oder nichts" dürfte nun deutlich zum Vorschein kommen. Doch nicht nur der Kampf um die Fahrerkrone ist spannend, auch die Team-WM ist noch nicht vorbei. Zwar dürften der erste und der zweite Platz unter normalen Umständen so gut wie gesetzt sein, aber um Platz 3 bahnt sich ein spannender Kampf an. Somit werfen wir einen Blick auf die Topteams beim Großen Preis von Kanada.


Russia GP


Ausgangssituation: Nach dem Malaysia Grand Prix liegt Russia endlich auf den vierten Rang der Team-WM und hat somit das für sich ausgeschriebene Ziel erreicht. Marc Schlüter und Fabian Jungbluth dürften jetzt ihre Fühler in Richtung des dritten Platzes strecken. Allerdings darf man die Scuderia Cesario dahinter noch nicht abschreiben, da diese mit neuen Updates und neuen Motor zur letzten Offensive blasen. Es dürften ein paar spannende Grand Prixs zwischen diesen beiden Teams werden.


Trainingsvorbereitung: Wie immer ist Marc Schlüter der Trainingsweltmeister und zeigt damit seine Ambitionen. Fabian Jungbluth hat man währenddessen auch schon auf der Strecke gesehen, wobei er sich eher auf Rennstints konzentriert zu haben scheint.


Updates: Russia GP geht bei diesem Grand Prix ohne Updates ins Renngeschehen am Sonntag.


Motor: Beide Fahrer haben für die geschwindigkeitsbehaftete Strecke von Montreal den stärksten Motor mit Aggregat 3 ausgepackt. Dieser wurde bisher nur in Monza eingesetzt, sollte dementsprechend die benötigte Power haben, um vorne mitzumischen.


Fahrervoraussetzungen: Beiden Fahrern geht es in diesen letzten Rennen der Saison noch um etwas. Marc Schlüter hatte bisher immer die Pace für seinen ersten Sieg in dieser Saison, jedoch vereitelten stets Pleiten, Pech und Pannen diesen ersten Triumph. Der Deutsche wird dementsprechend wieder voll auf Sieg fahren, andere Fahrer vorne melden aber ebenso Siegansprüche in Kanada an.

Fabian Jungbluth fährt währenddessen um seine Zukunft, er steht noch ohne Cockpit für 2022 da und die Luft wird zunehmend dünner. Nach dem Italien Grand Prix waren die Leistungen bis auf einen fünften Platz in England durchwachsen, doch mit dem neuen Motor und einer Portion Selbstvertrauen ist Jungbluth in einer guten Position für Punkte.


Platzierungstipp: Während Marc Schlüter wieder ums Podest bzw. sogar um den Sieg mitkämpfen dürfte, kann man Fabian Jungbluth zwischen P5 und P8 erwarten.

Cliffort Royal Racing


Ausgangssituation: Nach den starken drei Rennen am Nürburgring sowie in Ungarn und England war man in Malaysia wieder im vorderen Mittelfeld angekommen, was vor allem an der Charakteristik der Strecke lag. Das sich dies beim Kanada GP ändern wird ist anzuzweifeln, dafür stimmen die Rahmenbedingungen rund um den Motor, Auto und Strecke schlichtweg nicht. Dies könnte zum Problem werden, gerade wenn man den Blick nach hinten wirft.


Trainingsvorbereitung: Cooper McAllister und Fabian Walter haben wieder viel trainiert, gerade Walter ist mit seinen über 100 Runden wieder einer der fleißigsten im Trainingspensum. Bei beiden Fahrern scheint man Wert auf den Rennstint gelegt zu haben.


Updates: Bei Cliffort wurde ein neues Update für die Aero-Stufe eingebaut. Mit den bisherigen Trainingszeiten aber schwierig vorherzusagen, ob es auf der Topspeed-Strecke von Montreal viel bringt.


Motor: Beide Fahrer haben das Aggregat 2 eingebaut, welches mittlerweile fünf Rennen auf den Buckel hat. Dies zeigt sich in den bisherigen Zeiten.


Fahrervoraussetzungen: Nach seinem Sieg im drei Stunden von Le Mans dürfte das Selbstvertrauen bei Fabian Walter sehr hoch sein. Der Deutsche hat seinen Silverstone-Fauxpas wohl überwunden und scheint bereit, seine letzten Rennen bei Cliffort mit einigen guten Ergebnissen abzuschließen. Cooper McAllister auf der anderen Seite der Garage ist dabei weiterhin die Konstanz im Cliffort-Team und auch in der VFC. Dies dürfte dem Australier in diesem schwierigen Rennen nützlich sein, doch frustrierend wird es wegen der fehlenden Motorenpower allemal.


Platzierungstipp: Aufgrund der schwierigen Gegebenheiten kann man beide Clifforts zwischen P8 und P12 erwarten. Dabei dürfte sich ein ähnliches Bild wie in Österreich auftun, auf den Geraden wird man hinterherfahren.



Newman Racing


Ausgangssituation: Nach hinten hat man genug Puffer und nach vorne dürfte in der Team-WM auch nicht mehr viel gehen, dafür ist Volksmobil zu weit weg. Newman hat also sein Maximum erreicht, jetzt geht es um den Fahrertitel für Jannis Wollborn. Nach dem unglücklich verlaufenen Rennen in Großbritannien konnte man in Malaysia wieder das Maximum herausholen, für Wollborn wie auch Barwig. Die Lage ist also gut.


Trainingsvorbereitung: Hier hapert es vor allem beim Meisterschaftsführenden. Wollborn hat bisher nur 37 Runden auf der Strecke gedreht und steht bisher nur auf Rang 10 der Bestenliste. Da dürfte aber noch mehr kommen. Yannik Barwig währenddessen fuhr 80 Runden und befindet sich auf Platz 14. Das liegt aber vor allem an der Motorenwahl des Heidelbergers.


Updates: Kein neues Update bei Newman, die Updateflut beim deutschen Traditionsteam ist also erstmal vorbei.


Motor: Jannis Wollborn hat sich für das zweite Aggregat entschieden, welches drei Rennen alt ist. Es ist dabei sein frischster Motor, ein Umstand, der ihm aber in den letzten Grand Prixs noch Probleme bereiten könnte. Yannik Barwig fährt unterdessen mit seinem alten, ersten Aggregat, welches bereits sechs Rennen auf den Buckel hat. Damit dürfte er dieselben Probleme bekommen wie die Clifforts.


Fahrervoraussetzungen: Beide Fahrer sind auf einem Hoch. Yannik Barwig konnte mit einer guten Platzierung aus dem letzten Grand Prix gehen und das, obwohl er nicht wirklich konform mit der Strecke war, lange konnte er ums Podium mitfahren. Dazu gibt der neue Vertrag für 2022 den nötigen Antrieb. Der Kanada Grand Prix ist für Barwig trotzdem ein Übergangsrennen. Jannis Wollborn ist währenddessen weiterhin in einer extrem starken Form. Mit Platz 2 hat der zukünftige Cesario Fahrer in Malaysia das Maximum rausgeholt, das dürfte er mit nach Kanada nehmen. Die Konkurrenz ist aber hart und motiviert wie schon lange nicht mehr.


Platzierungstipp: Durch die unterschiedliche Motorenwahl beider Fahrer sind die Platzierungserwartungen unterschiedlich. Yannik Barwig dürfte mit seinem älteren Motor gegen die Clifforts um Platz 8 bis 12 kämpfen, während Wollborn wohl in den Top 5 wiederzufinden ist. Der Kampf um den Sieg wird mit dem leicht abgefahrenen Motor jedoch schwierig.



Volksmobil


Ausgangssituation: Viel Pech hatte man beim letzten Rennen in Malaysia, doch die Rennen davor geben Hoffnung: Der VM fällt im Endspurt der Saison nicht so schlecht ab wie erwartet und funktioniert weiterhin gut. Über die Team-Weltmeisterschaft muss man sich unter normalen Umständen keine Sorgen machen, dementsprechend geht man jetzt auf volle Attacke in der Fahrer-WM.


Trainingsvorbereitung: Man mag es kaum glauben, aber Sven Schubert hat für seine Verhältnisse fleißig trainiert. 46 Runden stehen vor dem Grand Prix zu Buche und in Bezug auf die Rennzeiten gehört er mit Pascal Pohlenz zu den Schnellsten auf der Strecke. Diese plötzliche Motivation resultiert daraus, dass Montrea lSchuberts Lieblingsstrecke ist.

Es scheint so, dass die Rollen getauscht worden sind. Denn während Schubert trainiert hat, suchte man Kevin Peters auf dem Trainingsserver bis zum Wochenende vergeblich. Ungewöhnlich für den amtierenden Weltmeister. Ab Samstagmittag konnte man Peters aber seine ersten Runden drehen sehen.


Updates: Ein weiteres Update ist vor dem Grand Prix bei VM eingetroffen, welches im Titelkampf weiter helfen dürfte.


Motor: Beide Fahrer treten mit dem dritten Aggregat an, wobei die Gegebenheiten etwas anders sind. Peters' Motor ist zwei Rennen alt, Schuberts Motor nur ein Rennen älter. Dabei hat die Power-Unit von Peters 16 PS mehr als sein Teamkollege, da er diese nicht auf Highspeedstrecken eingesetzt hat wie Schubert es getan hat. Vorteil damit also auf Seite von Peters.


Fahrervoraussetzungen: Sven Schubert ist so motiviert wie schon lange nicht mehr. Auf der Strecke von Montreal fühlt sich der Deutsche extremst wohl und meldet damit die Ansprüche auf den Sieg an. Der ist auch bitter nötig, seit Österreich gab es keinen mehr und ein Erfolg dürfte dem Schwaben die nötige Motivation bringen, um in den letzten Rennen nochmal anzugreifen und Jannis Wollborn noch den Titel abzuluchsen. Seine Konkurrenz in Kanada in Form von Pascal Pohlenz wird aber hart werden.

Kevin Peters Titelhoffnungen sind währenddessen kleiner geworden. Nach dem starken Silverstone-Rennen folgte ein doch enttäuschender Grand Prix in Malaysia, der vor allem durch den Regen und einer falschen Reifenwahl zustande kam. Somit ist Peters nur noch Außenseiter im Titelkampf, ein Umstand, dem den selbstbewussten Deutschen ärgern dürfte. Verloren ist noch nichts, schon andere Fahrer konnten aus ausweglosen Situationen den Titel für sich entscheiden. Das wird auch Peters' Ansporn in diesem Rennen sein.


Platzierungstipp: Sven Schubert ist in Kombination mit seiner Lieblingsstrecke und der neuen Motivation ein Kandidat auf den Sieg bzw. die Top 3. Auch Peters kann man zwischen Platz 3 und Platz 6 erwarten.

Autor: Jörn Georg Dicks

Hier findest du die aktuellen Trainingszeiten zum Kanada GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021