VFC Malaysia GP 2021-Analyse – Teil 2: Attacken auf die Spitze und der Blick nach Hinten

Razor GP – Der Konkurrenz entfliehen

Die Luft auf dem achten Platz wird wieder etwas dünner für Razor GP. Nachdem Beta Giulia mit einem starken Daniel Bentenrieder ganze sieben Punkte geholt hat, ist man auf drei Punkte an das Team um Bastian Paisler und Tim Brendel herangekommen. Zwar punkten beide Fahrer nun wieder regelmäßig, aber das sind teilweise sehr kleine Schritte im Vergleich zum Konkurrenzteam Beta Giulia.


Und trotzdem muss man bei Razor nicht verzweifeln. Die Entwicklung zeigt weiterhin in die richtige Richtung, zu diesem Rennen in Malaysia kommt ein neues Update, welches man im Kampf in der Team-WM sicher wird gebrauchen müssen. Dazu sind, wie schon gesagt, beide Fahrer momentan in guter Form. Tim Brendel fährt mittlerweile fast regelmäßig in die Punkte und findet durch mutige aber sich auszahlende Strategien öfters nach vorne. Bastian Paislers letzte Rennen sind zwar durchwachsen, aber die Rennen des Teamchefs waren häufig von Pech geprägt, so unter anderem beim letzten Grand Prix, wo er in die Startkollision unfreiwillig verwickelt war.


Das kommende Rennen in Sepang steht auf jeden Fall im Zeichen vom Kampf zwischen Razor und Beta Giulia, Deutschland gegen Italien. Müsste man zumindest meinen, wenn da nicht die Problemebei Beta Giulia wären. Bentenrieder ist erst am Renntag anwesend und Johannes Greulich oftmals nicht schnell genug, um Brendel und Paisler zu schlagen.


Dementsprechend kann man den Malaysia-Grand Prix wohl erstmal etwas ruhiger angehen lassen. Das liegt unter anderem auch an dem neuen Motor, den beide Razors eingebaut haben. Zwar stimmen die Trainingszeiten noch nicht ganz, aber das könnte sich am Tag des Rennens auch noch ändern. Eine mögliche Chance bietet dazu eine Wahrscheinlichkeit auf Regen, auch, wenn diese überraschend gering für Sepang ist.

Man wird bei Razor auf jeden Fall die Situation nutzen, um sich von der Konkurrenz abzusetzen. Aber dies könnte schwierig werden, selbst, wenn Bentenrieder als größte Gefahr wenig trainieren kann.

Equipo Saldo – Die perfekte Welle

"Endlich!". Das dürfte sich Luca Zorn nach dem Großbritannien GP gedacht haben. Nach vielen punktelosen Rennen für den Schweizer (neun an der Zahl) sprang endlich wieder etwas Zählbares heraus, auch dank eines fehlerfreien Rennens von Zorn, auch vom Pech wurde er dieses Mal verschont. Und ebenso Jannik Maleika dürfte sich gefreut haben, schließlich hatte er in den letzten Rennen die meiste Last des Saldo-Rennstalls getragen. Nun konnte man in einem Rennen neun Punkte sammeln.


Dabei lief für Maleika in Großbritannien nicht alles nach Plan, trotz des guten achten Platzes. Es hätte etwas mehr werden können, doch aufgrund von Speeding in der Boxengasse handelte sich Maleika eine Strafe ein und musste ein zweites Mal an die Boxengasse. Das schmerzt, da man teilweise sogar mit Sven Schubert mithalten konnte.

Zorn auf der anderen Seite fuhr ein unauffälliges und fehlerloses Rennen und zeigte sich wieder mal als guter Teamkollege, indem er Maleika später wieder vorbeiließ.


Nun geht es zum merklich wenig Regen behafteten Grand Prix von Malaysia. Viel hat sich beim spanischen Rennstall zum letzten Rennen nicht geändert. Es gibt kein neues Update und die Motoren hat man seit vier Rennen auch nicht gewechselt. Dies spielt aber keine große Rolle, dass Auto gilt weiterhin als gut fahrbar und ist mit den beiden Piloten hinterm Steuer auch schnell genug. Und unter nassen Bedingungen haben Maleika und Zorn schon öfters gezeigt, dass sie für eine Überraschung gut sind: Die Pole in Kyalami oder das Podium in Belgien 2020 sind da die prominentesten Beispiele. Allerdings sind auch 15% Regenwahrscheinlichkeit nicht allzu groß. Es wird auf jeden Fall ein interessanter Grand Prix für die Equipo Saldo. Einer, bei der die Spanier auch auf nasse Bedinungen hoffen dürften.

Clipper Motorsport – Der langersehnte zweite Sieg?

Es liegt was in der Luft in Sepang. Clipper ist bei diesem Rennen einer der heißen Favoriten auf den Sieg. Das liegt unter anderem an drei Faktoren: Ein neues Update, ein neuer Motor und ein Pascal Pohlenz in der Form seines Lebens. In den letzten Rennen konnte Pohlenz mehrmals beweisen, dass immer eine Gefahr für die Topteams ist, selbst mit altem Motor und weniger Updates als die Konkurrenz. Der Clipper ist einfach ein gutes Auto und in Verbindung mit Pascal Pohlenz' Talent sehr stark.


Das sah man auch in Großbritannien, wo Pohlenz in der Qualifikation auf Platz 3 fuhr und am Start sogar die Führung übernahm. Trotz altem Motor konnte sich Pohlenz einigermaßen halten, bis dann schließlich die Reifen Probleme machten. Ein zweiter Clipper war währenddessen nicht anwesend, Leif Nordic konnte nicht fahren und ein Ersatz ist nicht gefunden worden. Das ist weiterhin die Achillesferse bei Clipper und der Grund, weshalb man nur auf dem sechsten Platz der Team-WM steht. Nun ist Nordic aber für den kommenden Grand Prix wieder da und damit auch der Druck für den Esten. Denn weiterhin steht er ohne Cockpit für 2022 da und die Luft wird dünner.


Wie schon erwähnt ist Clipper aufgrund des neuen Motors und einem neuen Update der Favorit auf den Sieg. Sogar die Möglichkeit von Regen dürfte keine Gefahr für die Fahrer werden, was vor allem an der guten Fahrbarkeit des Clippers liegt. Nur ein kleines Chaos und Fahrer wie Jannis Wollborn oder Kevin Peters dürften zum Problem werden. Die Zeiten stimmen währenddessen, Pohlenz führt die Trainingsliste vor dem wiedererstarkten Kevin Peters an. Und auch Leif Nordic liegt mit dem siebten Platz auf einer passablen Punkteposition, Punkte, die Clipper dringend braucht. Ein Ziel dürfte unter anderem die Scuderia Cesario sein, die sich in letzter Zeit in einem kleinen Formtief befindet. Dafür müssen beide Fahrer aber regelmäßig hoch punkten. Sollte Pohlenz aber seine starke Form fortsetzen, liegt dies im Bereich des Möglichen.



Russia GP – Erst Übergangsrennen, dann die Attacke

Bei Russia setzt man voll auf Attacke. Zwar nicht ganz in diesem Rennen aber dafür in den letzten vier. Der Malaysia Grand Prix ist eine Art Übergangsrennen für die russischen Rückkehrer. Man fährt mit einem etwas älteren Motor in beiden Autos, dazu drohen wechselnde Bedingungen, auch, wenn diese klein sind. Keine idealen Voraussetzungen für Fabian Jungbluth und Marc Schlüter. Gerade letzterer ist nicht wirklich ein Regenfahrer, so z.B gesehen beim Italien Grand Prix, wo Schlüter nicht mit den wechselnden Bedinungen klarkam und so den Sieg verlor. Und auch der Großbritannien Grand Prix war nicht wirklich ideal für Schlüter, sogar eher zum Vergessen.


Aufgrund eines Problems an der Hardware kam es zur Kollision mit Jannis Wollborn, beide Fahrer mussten zur Reparatur an die Box, Schlüter verlor dabei sehr viel Zeit und war kein Kandidat mehr für Punkte. Es hätte mit der Pace von Schlüter zumindest zum Podium gereicht. Fabian Jungbluth fuhr währenddessen ein unaufgeregtes Rennen und erreichte einen guten fünften Platz. So robbte man sich auf drei Punkte an die Scuderia Cesario heran, ohne den Unfall wäre man aber mit Sicherheit schon Vierter in der Team-WM. Das dürfte man jetzt in Malaysia aber gerne gerade rücken wollen.

Doch es dürfte schwierig werden. Im Gegensatz zur Konkurrenz hat man noch keinen neuen Motor im Heck, der dürfte erst im nächsten Rennen zum Einsatz kommen. Das ist der Trumpf für Cesario. Von Larry Fischer hörte man indes zwar, dass die Scuderia auf der Strecke struggelt, aber dieser neue Motor dürfte das Ganze etwas retouschieren. Dazu fuhr Fischer im Trockenen ein paar gute und schnelle Runden.

Alles steht also im Zeichen eines Übergangsrennens für Russia GP beim Rennen von Malaysia. Danach gibt es die finale Attacke auf Cesario.



Autor: Jörn Georg Dicks


Hier gehts zu den aktuellen Trainingszeiten des Malaysia GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021