VFC-Mexiko GP 2021 – Schlüter holt den langersehnten Sieg! - Wollborn Crash hält Titelrennen offen!


Bereits 2020 zeigte sich der Mexiko Grand Prix von seiner besten Seite. Ein spannendes Rennen mit einigen Zwischenfällen wurde erst kurz vor Schluss entschieden. Und auch 2021 hielt sich der Rennabend im Autodromo das spannendste bis zum Schluss auf. Doch im Gegensatz zum letzten Jahr war Marc Schlüter (Russia) dieses Mal am Ende der glückliche Sieger. In einem Duell bis zur letzten Runde sicherte er sich am Ende den Sieg gegen Yannik Barwig (Newman), welcher damit seinen ersten Back-to-Back Sieg knapp verpasste. Entgegen der klaren Meinung vor dem Rennen, dass nun die WM für Jannis Wollborn (Newman) entschieden werde, blieb selbige weiter offen für das letzte Rennen in Japan. Das Rennen des WM-Führenden war nämlich bereits nach wenigen Metern beendet.


Zu Beginn des Rennabends sah es aber vor allem noch nach einem Duell zwischen Marc Schlüter und Pascal Pohlenz (Clipper) aus. In einem hin und her um wenige Tausendstel kämpften beide um die Pole-Position. Am Ende war es Marc Schlüter der sich im Gegensatz zu den letzten Malen gegen Pohlenz durchsetzte und sich so seine vierte Pole der laufenden Saison sicherte. Dahinter positionierte sich der WM-Führende Wollborn gemeinsam mit seinem Newman Teamkollegen und USA Sieger Yannik Barwig. Wollborns Verfolger Sven Schubert schaffte den Sprung zumindest auf den 5. Platz während Teamkollege Kevin Peters bei VM ohne große Vorbereitung eher schwächelte und nur als 12. ins Rennen ging. Überraschen konnten in der Qualifikation vor allem die Ersatzfahrer. Heiko Kolvenbach, welcher an diesem Abend für den Cesario Fahrer Lukas Schmidt antrat schaffte einen guten siebten Startplatz während David Jundt (Cliffort) ohne viel Training direkt auf Platz neun fuhr.

Wie bereits am Eingang erwähnt endete dann die WM-Frage an diesem Abend schneller als gedacht. Am Start kamen sich die Top-3 in die Quere. Pascal Pohlenz, welcher Marc Schlüter überholen wollte übersah dabei den links neben ihm fahrenden Jannis Wollborn. Wollborn verlor die Kontrolle, flog bei über 300 links in die Mauer und kam auf die Strecke zurück. Doch ein gigantischer Massencrash inklusive Restart blieb aus. Zwar touchierte Wollborn noch einige Piloten, richtig zu leiden hatte aber vor allem Bastian Paisler (Razor), welcher frontal auffuhr und anschließend in der Wand ein Vorderrad einbüßte. Zwar fuhr Paisler in Schumi Manier zurück zur Box und ließ in 3,5 Minuten den Wagen reparieren, musste aber anschließend nach Anweisung der Rennleitung wegen dem Radverlust den Razor abstellen.


Bitter für Paisler, denn die ausgerufene Safety-Car Phase hatte auch er nutzen können um sich zurückzurunden und die Jagd nach Punkten wieder aufzunehmen. Doch neben ihm mussten auch andere Piloten wie z.B. Fabian Walter zum Reparaturstopp und das Rennen von hinten aufnehmen. Gerade im Mittelfeld war unterdessen die Reihenfolge komplett durcheinander geraten. So fand sich Daniel Bentenrieder (Beta Guilia) nach dem Start z.B. bereits auf Platz sechs wieder, vor David Jundt und Larry Fischer (Cesario). Eine Strafe erhielt Pascal Pohlenz für den Schubser gegen Jannis Wollborn indes nicht. Eine Entscheidung, die auch nach dem Rennen noch diskutiert werden sollte. Ähnlich wie der Rennauftakt von Jan Winter. Der Ersatzfahrer von Beta Guilia war kurz vor dem Rennstart abermals wie schon in Kanada mit technischen Problemen vom Server geflogen. Die Rennleitung hatte jedoch ein einsehen und handelte entgegen früherer Entscheidungen mit einem Restart. Winter fand sich anschließend an das Startchaos bereits auf Rang 10 wieder. Auch hier sollte es im Nachhinein Diskussionen von der Konkurrenz geben.

In Runde sieben wurde das Rennen schließlich gerestartet. Wie bereits in der Qualifikation konnten hier Pohlenz und Schlüter an der Spitze klar den Ton angeben. Zwar hatte der Clipper Pilot Schlüter am Start überholt, schaffte es in diesem ersten Stint jedoch nicht nachhaltig eine Lücke aufzubauen. Im Mittelfeld ging es dagegen gewohnt wild zu und so kam es nach und nach zu Zwischenfällen. Erst verlor Travis Carter (Manziel) beim Restart in der letzten Kurve den Wagen und musste nach dem Einschlag in die Wand abstellen. Auch für Heiko Kolvenbach verlief die Startphase nicht ideal. So musste er nach einer Kollision das Rennen ersteinmal wieder von ganz hinten aufnehmen. Bitter nach einer guten Qualifikation. Das gleiche Schicksal ereilte auch den Schweizer Luca Zorn (Saldo) nach einem Zusammenstoß mit Kevin Peters. Eine ideale Anfangsphase erlebten hingegen Fabian Jungbluth (Russia - P5) und David Jundt (Cliffort - P6), welche sich im vorderen Mittelfeld festsetzten.


Für Sven Schubert, welcher mit dem Ausfall Wollborns nun die Möglichkeit hatte Boden in der WM gut zu machen lief es bis dahin semi optimal. Nach vorne konnte der WM-Kandidat mit Pohlenz und Schlüter nicht mithalten, musste sich klar nach hinten gegen Yannik Barwig erwehren. Unterdessen war Pohlenz in Runde 15 der erste der vorderen Gruppe, welcher an die Box ging. Besonders bitter: Pohlenz erwischte keinen guten Boxeneingang, touchierte kurz die Mauer und musste so um seine Führung gegen Schlüter bangen. Letztlich blieb Pohlenz jedoch vorne ohne das aber in der Folge wieder für sich nutzen zu können. Der Russia attackierte in der Folge und es kam was kommen musste: Kollision beim Überholversuch Schlüters in Kurve 1. Besonders bitter war dabei, dass Schlüter beinahe schon durchgeschlüpft war, Pohlenz aber die Kontrolle über den Wagen verlor und sich in den Kontrahenten reindrehte. Schlüter übernahm die Führung verlor aber genau wie Pohlenz Zeit auf Sven Schubert und Yannik Barwig. Ein Umstand, der sich gegen Ende noch bemerkbar machen sollte. Pohlenz ging daraufhin direkt in die Box musste neben zerstörten Reifen auch noch den Schaden reparieren lassen und verlor so einige Sekunden im Kampf um Platz 1. Im Nachgang bekam er zudem eine Durchfahrtsstrafe für die Situation mit Schlüter aufgebrummt. Spätestens da war das Thema des vierten Saisonsieges für Pohlenz erledigt.

Im Mittelfeld blieb indessen die Action. Ein bis dahin starker Steinhauer (Manziel) fand sich zwar nicht stoppbereinigt aber dennoch auf einem guten 9. Platz wieder, fightete mit drei weiteren Autos durch den Mittelsektor. Tolle Bilder die zeigten, über welches fahrerische Potenzial auch ein Sebastian Steinhauer grundsätzlich verfügt. Fabian Walter war unterdessen dabei sich zurück in das vordere Feld zu kämpfen. Nach zwei frühen Stopps fand man den Cliffort Fahrer wieder in den Top-8 während Teamkollege David Jundt sogar seine erste Führungsrunde feiern durfte als die Spitze in die Box ging.


Dort spürte Schlüter nun die Auswirkungen des Zusammenstoßes mit Pascal Pohlenz. Nach seinem zweiten Stopp erlag er vorerst dem Undercut von Sven Schubert (VM), welcher auf einmal die Führung übernahm. Zu diesem Zeitpunkt hatte Schubert den 20 Punkte Rückstand zu Jannis Wollborn auf fünf verkürzt. Relativ schnell konnte Schlüter mit den frischen Reifen, jedoch nicht ohne Gegenwehr, an Schubert vorbeigehen und begann mit dem angeschlagenen Fahrzeug wieder eine kleine Lücke herauszufahren. Einmal jedoch mussten die Piloten noch zum Stopp. Als erster des Dreiergespanns an der Spitze ging Yannik Barwig in die Box. Erst reagierte Schubert und dann erst nach zwei Runden Marc Schlüter. Eine Entscheidung die Schlüter den Sieg wohl beinahe gekostet hätte. Nach den Stopps war nun auf einmal Yannik Barwig auf dem Platz an der Sonne während Schubert knapp vor Schlüter liegend mit allem verteidigte was der VM hergab.

Das Duell kostete soviel Zeit, dass Barwig es schaffte bis zu sieben Sekunden zwischenzeitlich herauszufahren. Als Schlüter dann endlich an Schubert vorbei war, waren nur noch acht Runden übrig. Die anschließende Pace alleine reichte aber erst einmal nicht um das aus eigener Kraft zu bewerkstelligen. Am Ende war es Hilfe von außen, die für die Entscheidung sorgte. 5 Runden vor dem Ende lief Yannik Barwig auf die um Platz 14 kämpfenden Tim Brendel und Sebastian Steinhauer auf, wurde im Mittelsektor gerade vom Razor Piloten Brendel behindert bzw. berührt. Eine Szene, welche Barwig zwei Sekunden kostete und den Newman aus dem Tritt brachte. Die Reifen waren am Ende und so schloss Schlüter noch auf, setzte auf der Start-Ziel Geraden in der letzten Runde das Manöver und sicherte sich so den Sieg, welchen er ein Jahr zuvor noch in der letzten Runde verloren hatte.


Sven Schubert komplettierte am Ende das Podium und verkürzt so den Rückstand auf Jannis Wollborn für das letzte Rennen auf 10 Zähler. Der gestrafte Pacsal Pohlenz wurde am Ende Vierter, vor Fabian Jungbluth im zweiten Russia, welcher sich so seit längerer Zeit auch endlich wieder einen Top-5 Platz sichern konnte. Noch stärker zu werten war aber der Auftritt von David Jundt, der mit geringer Erfahrung mit den VFC Wagen und kaum Training den Cliffort auf einen starken sechsten Platz stellte. So sicherte er sich auch gleichzeitig das beste Resultat eines D2 Fahrers in der laufenden VFC Saison. Teamkollege Fabian Walter kam nach einer tollen Aufholjagd dahinter ins Ziel. Die Top-8 schloss ein weiterer D2 Fahrer ab. Jan Winter sicherte sich seine ersten VFC-Punkte, was nach dem Restart gerade bei den Konkurrenten der Italiener, Razor GP, nicht gut ankam.

Die Top-10 komplettierten die beiden Cesarios. Larry Fischer vor Heiko Kolvenbach und auch für den Buttler-Pal Fahrer waren es so die ersten Zähler in der Königsklasse. Durch die Abwesenheit von Lukas Schmidt ein zufriedenstellendes Resultat für die Italiener und auch das erste Mal seit dem Brasilien GP, dass beide Autos Punkte holten.


Für den amtierenden Weltmeister Kevin Peters war es indessen kein gutes Rennen. Der VM-Pilot fand sich fast durchgängig außerhalb der Top-8 wieder, hatte auf Grund der fehlenden Vorbereitung keinen Zug nach vorne. In den vielen Zweikämpfen kam es auch immer wieder zu Zwischenfällen mit der Konkurrenz. Dennoch, mit Platz 11 baut Peters seine Punkteserie weiter auf 40 Rennen aus. Jannik Maleika im Saldo holte noch einen Trostpunkt und schloss so die Zählerränge ab. Teamkollege Luca Zorn ging leer aus. Gleiches galt auch für Daniel Bentenrieder, welcher ohne Not kurz vor Ende einen 10. Platz in die Mauer setzte und den Frontflügel verlor. Am Ende blieb ein 17. Platz.


Autor: Julian Kopp



Das komplette Rennergebnis des Mexiko GP:



Der aktuelle WM-Stand nach dem Mexiko GP: