VFC-Monaco Analyse 2021 - Teil 1: Die Schlacht des Hinterfeldes


In den ersten fünf Rennen der VFC-Saison 2021 ging es wild zu. Durch die Erweiterung des Grids von zehn auf zwölf Teams ist auch der Kampf um die hinteren Punkteränge voll ent-flammt. Bisher durfte jedes Team mindestens einmal Punkte sammeln. In unserem ersten Teil analysieren wir die Situation und den Ausblick der Teams auf den anstehenden Klassiker in Monte Carlo.



Manziel GP

Mit goldenem Wagen reist das kleine Manziel GP Team zum Prestigerennen nach Monte Carlo. Für das Comeback-Team lief die bisherige Saison besser als erwartet. Mit sechs Zählern aus fünf Rennen konnte man bisher erfolgreich ein abrutschen auf den letzten Platz der Team-WM vermeiden. Dass das wohlmöglich nur eine eine Momentaufnahme für Carter und Co. ist und kein dauerhafter Zustand über die Saison ist aber eher realistisch. Dessen ist sich der Teamchef bewusst und hat neben der schönen Optik eher weniger Glauben an Punkte für den Monaco GP. Dennoch könnte etwas möglich sein. Das Rennen in den Straßenschluchten ist immer wieder für Überraschungen gut und bietet durch seine meist chaotischen Verläufe oft auch Gelegenheiten für kleine Teams. Dass man diese 2021 durchaus zu nutzen weiß, bewies bisher vor allem Sebastian Steinhauer.


Der Rookie präsentierte sich als äußerst konstant und holte meist schon das Maximum aus dem schwer zu bändigenden Fahrzeug heraus. Auch für ihn geht es um die VFC-Zukunft. Schon jetzt wird gemunkelt, dass sich der Rennstall nach einem weiteren Top-Fahrer für 2022 umsieht. Ob es am Ende Travis Carter oder Sebastian Steinhauer sein wird, welcher nicht mehr im Manziel Platz nimmt bleibt aber weiter offen.



Scuderia CM Motorsport

Man könnte meinen, von allen neuen Rennställen in der 2021er Saison der VFC hat SCMM das größte Pech an den Reifen kleben. Der italienische Rennstall fiel in der laufenden Saison vor allem durch Pleiten, Pech und Pannen, aber auch viel Potenzial auf. Gerade der Grand Prix in Imola bewies, zu was die Rookie Piloten Gino Gaggiano und Alexander Rütt in der Lage sind. Am Ende untergrub man aber die eigene Pace mit eklatanten Fehlern an der Box und ging so beinahe komplett leer aus. Beim vergangenen Spanien Grand Prix wurden beide SCMM Piloten in den Startcrash verwickelt und verloren so früh Hoffnungen auf zusätzliche Punkte im Mittelfeldkampf. Ein roter Faden, welcher sich bisher durch die ganze Saison zieht.


Das vorläufige Resultat ist der letzte Platz in der Team-WM zusammen mit dem Manziel GP Team. Auch für Monaco stehen die Chancen kaum besser. Bei den bisherigen Trainings-zeiten haderten die Piloten mit der Balance des Wagens auf der fordernden Strecke. Zudem bahnt sich ein Ersatzeinsatz innerhalb des Teams an. Alexander Hess, welcher bisher zwei Ersatzfahrten für R-cademy fuhr, wird wohl Alexander Rütt beim Prestigerennen ersetzen. Hess drängte zuvor auf eine Einsatzmöglichkeit, da Monaco zu seinen absoluten Lieblings-strecken zählt. Diese Chance scheint Hess, welcher eigentlich D2-Stammfahrer für Afelian Racing ist, nun mit viel Motivation nutzen zu wollen. Darauf wird auch SCMM hoffen, welche trotz der bescheidenen Aussichten bei einem möglichen Chaosrennen zu den Profiteuren zählen könnten. Mit der neuen blauen Sonderlackierung gibt man zumindest optisch, wie schon die ganze Saison, ein gutes Bild ab.



R-cademy

R-cademy hat als Nachwuchsteam des Traditionsrennstalls Razor in der 2021er Saison einen schweren Stand. Mit verbesserungswürdigem Material und viel Unkonstanz auf den Fahrerpositionen holte man bisher dennoch akzeptable Resultate. So steht man aktuell punktgleich mit dem Hauptteam-Razor GP in der Team-WM und kann sich daher über die bisherige Ausbeute nicht beschweren.


Ob man beim Monaco Grand Prix Akzente setzen kann bleibt aber fraglich. In Spanien trat auf Grund technischer Schwierigkeiten nur Ersatzfahrer Alexander Hess für den Rennstall an. Zwar war Hess bereits für den Italiener Lorenzo de Ciutiis eingeplant, doch auf Grund von technischen Problemen musste auch der zweite Stammfahrer, Alexander Kraft kurz-fristig passen. Der 16. Platz von Hess war dabei wieder mit Schadensbegrenzung gleich-zusetzen. Ob nun in Monte Carlo Punkte mitzunehmen sind erscheint eher unwahrscheinlich. Sowohl Kraft als auch de Ciutiis konnten zwar 2020 zeitweise beim Prestigerennen über-zeugen, scheiterten am Ende aber an der eigenen Fahrweise und Zwischenfällen. Die Bedingungen in der laufenden Saison werden nicht einfacher sein und ob letztlich beide Cockpits am Renntag besetzt sind, bleibt wohl auch wenn es geplant ist, bis zur letzten Sekunde ungewiss.



Razor GP

Razor GP ist im kommen. Nachdem die bisherige Negativüberraschung der Saison in den ersten drei Rennen als einziger Rennstall leer ausging ergab sich zuletzt für Bastian Paisler und Tim Brendel ein klarer Aufwärtstrend. Durch acht Punkte in den letzten beiden Rennen konnte man den Platz der roten Laterne verlassen und blickt nun optimistisch weiter nach oben.


Teamchef Paisler zeigte beim vergangenen Rennen in Spanien eine starke Leistung und konnte trotz des Startcrashes noch in die Top-10 fahren. Ein Ausrufezeichen, hofft man doch dank starker Entwicklung auf weiter steigende Leistungen des Autos und damit der Piloten. Mit Monaco kehrt Bastian Paisler nun an den Ort zurück, an dem er im letzten Jahr den Sieg am grünen Tisch errang. Durch eine turbulente Schlussphase setzte sich Paisler am Ende durch und konnte sich so die Krone im Fürstentum aufsetzen. Zwar meinen manche Stimmen im Fahrerlager, eine Wiederholung wäre mit einer konservativen 0-Stopp Strategie durchaus innerhalb des Machbaren. Auch Brendel verbindet durchaus positive Momente mit dem letztjährigen Rennen in Monte Carlo. Zwar wurde der Deutsche letztlich nur Elfter, allerdings gelang ihm in der Qualifikation zumindest die Pole-Position. Realistisch sind Wiederholungen dieser Leistungen aktuell zwar nicht. Dennoch verfügen beide Fahrer über genug Erfahrung und Konstanz um einen chaotischen Monaco GP zu bewältigen und weitere wichtige Punkte für den Rennstall zu sammeln. Damit würde nicht nur das eigene Selbstvertrauen weiter gestärkt sondern auch der Sprung ins Mittelfeld der Team-WM realisiert werden.


Hier gehts zu den aktuellen Trainingszeiten des Monaco GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021



Autor: Julian Kopp