VFC Monaco-Analyse 2021 – Teil 3: Der Kampf um das Monaco'sche Juwel


Der Sieg in Monaco gehört neben den 24 Stunden von Le Mans und dem Indianapolis 500 zu den begehrtesten Erfolgen eines jeden Rennfahrers. Dazu ist es für oftmals die erste Zacke in der berühmten Triple Crown. Im aktuellen Fahrerfeld haben sich drei Fahrer diese Zacke bereits sichern können; Jannis Wollborn, Bastian Paisler und Lukas Schmidt. Und mit der in diesem Jahr sehr engen Spitze ist ein spannender Kampf in Monaco zu erwarten.



Cliffort Royal Racing – Mit Ruhe zurück zum Erfolg

Es geht wieder aufwärts bei Cliffort. Nach dem Aufruhr rund um den Abgang Aleksandar Knezevics und der beantworteten Frage nach dem zweiten Cockpit ist endlich Ruhe beim britischen Team eingekehrt. Und das spiegelte sich auf der Strecke wieder; in Jerez war man zwar Außenseiter um den Sieg, aber Cooper McAllister zeigte, dass man auch im weiteren Verlaufe der Saison mit den gelben Boliden rechnen wird müssen. Auch Neuzugang Fabian Walter präsentierte sich bei seiner ersten Ausfahrt in Spanien kompetent und schnell, nur die Startkollision trübte ein wenig das Gesamtbild.


Und so könnte man meinen, dass Cliffort wieder in Monaco vorne mit dabei sein wird. Eigentlich bestätigt die Hotlapliste auch diese Annahme, allerdings ist nichts wie es scheint. Der gelbe Wagen der Clifforts ist auf der Strecke wohl eine Diva, verhält sich wieder ganz anders als in Jerez. Cooper McAllister scheint dies noch einigermaßen mit seiner Grund-schnelligkeit und seinem Talent zu kaschieren. Teamkollege Fabian Walter hingegen hat laut Aussagen aus dem Fahrerlager jedoch größere Probleme und kann diese nicht kom-pensieren. Man muss ihm zugute halten, dass er sich noch ans Auto gewöhnen muss und Monaco ist hierfür nicht die beste Strecke.. Wo man im Fürstentum schlussendlich steht, ist schwierig vorauszusagen. Cliffort und McAllister sind wohl wieder nur in der Rolle des Außenseiters im Kampf um den Sieg zu finden.



Newman Racing – Im Aufwind

Newman kommt langsam wieder vorne im Feld an. Schon im letzten Rennen in Spanien konnte man dies deutlich erkennen, unter anderem an der starken Qualy-Leistung von Yannik Barwig und Jannis Wollborn sowie das hart erkämpfte Podium nach starker Leistung und fulminanten Überholmanöver Wollborns gegen Lukas Schmidt. Und auch Yannik Barwig zeigte mit seiner Aufholjagd nach der Startkollision, was vorne möglich gewesen wäre. Am Ende wurde es Platz 9 für den frustrierten Heidelberger.


In Monaco könnten die Zeichen für ein weiteres Podium und sogar den Sieg nicht besser stehen. Jannis Wollborn steht in der Bestzeitenliste knapp hinter Kevin Peters und untermauert somit die steigende Formkurve bei sich und Newman. Der Deutsche wird voll auf Sieg gehen um sich einen weiteren Erfolg in Monaco zu sichern. Yannik Barwig hingegen liegt zwar etwas weitab von der besten Zeit seines Teamkollegen, aber gerade im Rennen hat man mit den weniger abbauenden Yasuda-Reifen gegenüber der Konkurrenz einen leichten Vorteil. Und er könnte im Rennen ein wichtig-strategischer Faktor für seinen Team-kollegen und die Konkurrenz werden. Und er hat in Jerze gezeigt, dass weiterhin mit ihm zu rechnen ist.



Scuderia Cesario – Mit Schwierigkeiten ins Fürstentum

Cesario hat allen Grund zum kurzfristigen Feiern: In Jerez hat man Sven Schubert, der aufgrund seiner gesundheitlichen Probleme ein Rennen zum Vergessen erlebte, die Führung in der WM abgenommen. Lukas Schmidt führt nun mit einem WM-Punkt vor Konkurrent Schubert. Auch in Spanien zeigte sich wieder, dass das Auto der Scuderia ein Allrounder-auto ist, dass Schmidt selbst mit falschem Setup zum Sieg führen kann. Der in Spanien sich in Bestform präsentierende Pascal Pohlenz und der starke Jannis Wollborn waren an diesem Tage dann einfach zu schnell. Dementsprend konnte Schmidt mit dem Ergebnis zufrieden sein. Larry Fischer hingegen erlebte einen rabenschwarzen Rennsonntag. Schon beim Start verlor Fischer den Frontflügel am schlecht gestarteten Schubert und musste nach einem Ausritt ins Kies sofort an die Box. Am Ende reichte es nur für Platz 18.


Monaco könnte sich als die erste Problemstrecke für Cesario erweisen. Starfahrer Schmidt findet keinen Anschluss an die Spitze in der Hotlapliste und ist somit kein Aspirant für die Pole. Im Rennen kann er aber aufgrund der guten Haftung und Lebensdauer der Duurzaam-Reifen sich sprichwörtlich nach vorne mogeln. Ob er dann aber den Speed haben wird, sich vorne zu halten, ist eine andere Frage. Schwierig wird es alle mal. Auch Fischer wird wohl auf die Duurzaam-Reifen setzen. Gegenüber der Spitze sieht er zwar kein Land, ist aber an den etwas schwächeren Fahrern der Top-Teams dran. Die richtige Strategie kann ihn dann nach vorne spülen und für wichtige Punkte sorgen, die Cesario so bitter im Kampf um die vorderen Plätze in der Team-WM benötigt. Und Fischer wird gerade im Fürstentum, trotz der vielen Probleme, zeigen wollen, dass er weiterhin für die Scuderia gut genug ist.



Volksmobil – Peters' erster Triple-Crown Streich?

Bei Volksmobil rumort es gewaltig. Nach dem Rennen in Jerez soll Kevin Peters mit seinem Teamkollegen Sven Schubert sehr unzufrieden gewesen sein. Peters hatte in den letzten Runden des Spanien GPs einen schnellen Cooper McAllister im Genick, den der amtierende Weltmeister mit allmöglichen Mitteln abzuwehren versuchte. Als man auf den überrundeten Schubert auflief, schien dies die Rettung zu sein und man fragte an, ob dieser sich zurück-fallen und dem Teamkollegen helfen könnte. Stattdessen passierte das Gegenteil, Schubert fuhr davon. Für Peters reichte es dann am Ende für Platz 4 vor McAllister während Schubert auf Platz 11 ins Ziel kam. Aber Peters ist laut Gerüchten im Fahrerlager sehr unzufrieden mit seinem Teamkollegen, angeblich soll es sogar schon ein Gespräch zwischen den beiden VM-Fahrern und Teamchef Peter Andrews gegeben haben. Dieses Aufeinander-treffen zweier Platzhirsche hatte man bei Volksmobil erwartet, nur nicht so früh.


Kevin Peters wird sich ohnehin eher mit dem heute schwierigen Rennen beschäftigen. Der Deutsche hat mehrmals betont, dass er sich dieses Jahr die Triple Crown holen will und dafür muss ein Erfolg in Monaco her. Gegen Jannis Wollborn wird es schwierig, vor allem weil der Newman-Fahrer einen leichten Vorteil gegenüber dem VM aufgrund der Reifen hat. Aber Peters ist laut Bestzeitenliste der momentan Schnellste und wird den Anspruch auf den Sieg durchzusetzen wissen. Sven Schubert auf der anderen Seite liegt weit hinter seinem Team-kollegen in der Bestzeitenliste zurück. Aber der Schein kann möglicherweise trüben, vielleicht hat Schubert die Sandsäcke ausgepackt und will erst heute im offiziellen Training oder der Qualifikation seine reale Pace auspacken. Der Schwabe ist somit ein schwierig zu bestimm-ender Faktor im heutigen Rennen, aber er wird vieles daran setzen, sich seine WM-Führung zurück zu holen. Somit ist zu bestimmen, dass einer der VMs definitiv Siegkandidat ist.



Hier gehts zum Livestream ab 17:45 Uhr auf GSO TV:


Autor: Jörn Georg Dicks