VFC-Südafrika Analyse: Russia GP - Zwischen Comebackfreude und Enttäuschung


Die Euphorie bei Russia GP war vor der Comeback-Saison äußerst groß. Kein Wunder, hatte man doch sowohl auf der finanziellen, als auch auch fahrerischen Seite gute Vorraussetzungen um konkurrenzfähig zu sein. Dementsprechend laut und euphorisch trat man im Albert-Park auf. Teamchef Wladislav Russinov versprach sich zwischen Kavier und Wodka einen gelungenen Auftakt, gerade von Steckenpferd Marc Schlüter. Die Realität wurde eine andere.


Für Schlüter begann die neue Saison wie die Alte geendet hatte. Mit Fehlern und einigem Unglück. Bereits in der Qualifikation warf der hochgehandelte Pilot seinen Wagen weg und musste daraufhin die Session beenden. Statt dem Kampf um die Pole ging der Deutsche nun von Rang fünf in den Grand Prix. Doch auch hier lief schnell einiges gegen die ursprünglichen Planungen. Bereits nach wenigen Runden kollidierte Schlüter mit Rivale Jannis Wollborn (Newman Racing) und fiel daraufhin weit zurück. In der Folge konnte er sich nie ganz davon erholen. Doch den negativen Höhepunkt erreichte er in der Full-Course-Yellow Phase. Bei einem Doppel-Stopp der Russia GP verlor Teamkollege Fabian Jungbluth den Motor. Zwar startete der Antrieb nach wenigen Sekunden wieder, doch war der anstehende Schlüter dabei schon voller Ungeduld wieder losgefahren. Nur auf Grund des Platzmangels, nicht wie üblich auf der linken Seite der Box, sondern auf der rechten Slowlane an den vor ihn stehenden Fabian Jungbluth und Travis Carter (Manziel GP) vorbei. Eine Aktion mit Folgen. Die Rennleitung vergab nach dem Grand Prix eine Zeitstrafe gegen Marc Schlüter, welche den Russia Piloten auf den zwölften Platz zurück fallen ließ. Teamkollege Jungbluth, verbrachte einen im Verhältnis unauffälligen Rennabend und wurde am Ende zumindest achter.


Somit hatte Teamchef Russinov nach dem Australien-Auftakt einiges aufzurollen. Vor dem Südafrika GP am kommenden Sonntag scheint das Team allerdings den Optimismus zurück gewonnen zu haben. Gerade Schlüter selbst zeigte sich optimistisch: "Australien ist abgehakt. Ich muss nach vorne schauen. Es sind Immernoch 17 Rennen. Die Hotlaps sehen wieder gut aus. Allerdings muss die Runde dann auch falls es Trocken bleibt im Quali sitzen. (...)Die Konkurrenz schläft allerdings nicht und sieht ebenfalls wieder schnell aus. Im Trockenen wird sich wieder alles um die Reifen drehen, mit denen ja vor allem VM am meisten Probleme hatte. Das sieht hier für sie nicht besser aus von dem was wir beobachtet haben. Könnte also für uns ein Vorteil sein."


Auch die Rundenzeiten geben Anlass zur Hoffnung. Hier findet sich Schlüter derzeit, wie bereits in Melbourne, innerhalb der Top-3 wieder. Sein Teamkollege stattdessen scheint zeitlich wieder etwas hinter her zu hinken. Wobei bisher Fahrer wie Jungbluth offensichtlich noch nich alle Karten auf den Tisch gepackt haben. Ob Marc Schlüter und Fabian Jungbluth in Kyalami der erste große Teamsprung gelingt, wird zwar sowohl vom Wetter, als auch von den Reifen, letztlich aber vor allem wohl von der eigenen Leistung abhängen.


Hier gehts zu den Trainingszeiten des Südafrika-GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021



Autor: Julian Kopp