VFC-San Marino Analyse: Clipper - Zwischen Frust und Zukunftsplänen


Für das Clipper Motorsport Team stellte das Brasilien Rennen den zweiten frustrierenden Grand Prix in Folge dar. Nachdem bereits in Kyalami Chancen auf eine Top-5 Platzierung vergeben wurden, verlor Teamchef und Nummer eins Fahrer Pascal Pohlenz auch in Interlagos wertvolle Punkte. Dabei lief zu Beginn noch alles gut. Pohlenz fand sich nach der Qualifikation in Startreihe zwei wieder und gewann die ersten Meter auch gegenüber Lukas Schmidt (Cesario).


Doch Pohlenz wollte zu schnell zu viel. Eingang Senna-S versuchte er mit einem harten Bremsmanöver noch innen an Pole-Setter Sven Schubert (Volksmobil) vorbeizugehen. Die Folge war eine Kollision und der erste große Startcrash in der VFC seit dem Italien GP 2020. Ein Zwischenfall, der auch Pohlenz eigenes Rennen zerstörte. Durch Folge-Zwischenfälle verlor der Clipper Pilot wichtige Zeit und musste sich fortan wie bereits in Südafrika auf die Jagd nach den hinteren Punkteplätzen machen. Dieses Mal aber mit mehr Erfolg und so konnte Platz elf auch ein wenig als Schadensbegrenzung angesehen werden. Nachdem was möglich gewesen wäre, trotzdem kein zufriedenstellendes Ergebnis. Pohlenz Vorbereitung auf die kommenden Rennen beeinträchtigen die Ereignisse nach eigener Aussage allerdings kaum: "Wir ändern nichts an der Herangehensweise. Die Vorbereitung der letzten Rennen lief immer gut, nur in den Rennen hatten mehrere Umstände immer wichtige Positionen oder Sekunden gekostet, für die man in vielen Fällen nicht alleine Schuld war."


Neben Pascal Pohlenz war in Interlagos natürlich das zweite Clipper Cockpit ein Thema. Hier nahm ersatzweise für Marvin Schumacher der Division-2 Pilot und Clipper Nachwuchsfahrer Leif Nordic (Chapman Racing) das Lenkrad in die Hand. Dieser zeigte auch weitestgehend eine starke Performance. Einzig die Durchfahrtstrafe kurz vor dem Ende gilt als Wehrmutstropfen und verhinderte eine bessere Platzierung als Rang siebzehn. Mit seinem ersten Rennen in der Königsklasse seit Österreich 2014 zeigte sich der Comebacker durchaus zufrieden: "Alles in Allem bin ich mit dem Wochenende zufrieden. Ist natürlich am Ende schade, dass es nicht für Punkte gereicht hat, aber das kann passieren. Vor allem ging es für mich persönlich hier darum, Erfahrung zu sammeln und mein Rennen zu fahren, das hat ja geklappt. P12 im Quali ist super für den Anfang und die Pace im Rennen war nach dem ersten Stop auch solide. Wenn ich die Chance hier nochmal bekommen sollte, bin ich mir sicher, dass da nach oben definitiv noch einiges an Luft ist. Ärgerlich ist nur, dass beide Autos von uns am Start Schaden bekommen haben, sodass Pascal auch nur zwei Punkte retten konnte. Für ihn wäre sonst 'ne Menge mehr drin gewesen."


Clipper hat also gesehen, dass sie auf einen zuverlässigen Ersatzfahrer in der Zukunft zählen können. Doch ist das eine dauerhafte Lösung für das zweite Cockpit? Für langfristige Aussagen ließ sich Teamchef Pohlenz indes nicht hinreißen. Zwecks dem kommenden San Marino Grand Prix hat er allerdings einen klaren Standpunkt. "Für das kommende Rennen wird eine 3. Option, welche bisher nicht zustande gekommen ist, immer wahrscheinlicher, da kein 2. Fahrer welcher für Clipper fährt, sich die Strecke für ein Rennen kaufen möchte. Dementsprechend kann es gut sein dass Clipper nur einen Fahrer haben wird."


Die Wahrscheinlichkeit ist also recht hoch, dass Pohlenz beim kommenden Rennen in Imola auf sich alleine gestellt ist. Bei dem anstehenden Wetterchaos dürfte es auch für den Clipper Piloten wieder nicht komplett rund laufen. Was er bei normalem Verlauf zu leisten im Stande ist, weiß er selbst am besten und zeigte er erst zum Auftakt in Melbourne.


Bleibt also die Frage nach der eigenen Konstanz und nach dem kommenden Rennsonntag die aktuelle Dauerfrage nach dem zweiten Cockpit...


Hier findest du die aktuellen Trainingszeiten zum San Marino GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021



Autor: Julian Kopp