VFC-San Marino Analyse: Manziel GP - Der Wolf im Schafspelz


Manziel GP ist bisher eines der Überraschungsteams der Saison. Mit drei Punkten aus drei Rennen hat man einiges beim Comeback-Team zu feiern. Somit steht man nach dem ersten Saison-Sechstel auf Platz elf der Team-WM, noch vor der Anfangs deutlich stärker eingeschätzten Konkurrenz von Razor GP. Dazu ist man mit R-cademy punktgleich und an SCMM dran.


Diese positive Tatsache hat man nicht nur den Chaosrennen in Kyalami und Interlagos zu verdanken. Sebastian Steinhauer hat einen großen Anteil am bisherigen Erfolg des Teams rund um Teamchef und Fahrer Travis Carter. Steinhauer zeigt vor allem durch seine konstante Fahrweise, dass er genau der richtige Fahrer für den Anfangs als langsam eingeschätzten Manziel ist. In den Qualifikationen holt er alles aus dem Auto raus, während er dann im Rennen alles an seinem fahrerischem Können aufzeigt. So gelingen dem Deutschen dann diese wichtigen Punkteergebnisse für Manziel, die das Team so bitter benötigt um in der WM mit der Konkurrenz Schritt zu halten.


"[…] ich finde es dann auch amüsant, dass ein Carter, der leider unter Wert gehandelt wird, immer irgendein Quatsch im Rennen passiert." so Nico Postkämpfer im letzten Aftertalk zum US-Amerikaner. Und mit dieser Aussage liegt der Co-Kommentator von Julian Kopp richtig, schließlich ist Carter definitiv kein langsamer Fahrer. Gerade in den Rennen zeigt er seine Schnelligkeit, mit der er den ein oder anderen Fahrer überholt. In Sachen Konstanz ist laut der Daten auch kein Unterschied zu seinem Teamkollegen Steinhauer zu bemerken. Es spielte bisher immer nur das Pech bei Carter eine Rolle; in Südafrika war es die Strategie, in Interlagos dann der gelber Heckflügel von Cooper McAllister, den der Manziel von Carter förmlich unter sich aufsog. Ansonsten hätte der Amerikaner wohl auch um die Punkte mitkämpfen können.


Wie schaut man also auf San Marino? Wie immer wird es für Manziel schwierig sein,

um die Punkte zu fahren, schließlich gilt das Team mit dessen Gesamtpaket immer noch als eines der schwächsten im Feld. Die Streckencharakteristik kann dem Team aber zugute kommen, da es in Imola sehr schwierig ist, zu überholen. Dabei kann der VM-Motor den Fahrern Carter und Steinhauer helfen, die Konkurrenten im Rennen auf der langen Geraden hinter sich zu halten und so wieder den ein oder anderen Zähler zu holen. Dafür braucht es aber eine gute Ausgangslage, die zumindest Steinhauer in den bisherigen Rennen vorzuweisen hatte. Einzig Carters Qualifying-Performance lässt noch zu wünschen übrig, an der er vor allem in Imola zu arbeiten hat.


Kommen all diese Faktoren zusammen, so wird es wieder ein gutes Rennen für das Manziel-Team. Wo man aber in Imola steht, lässt sich nicht prognostizieren, da der Trainingsserver noch nicht offen ist. Außerdem scheint das Wetter wieder mal eine Rolle zu spielen, denn Regen kündigt sich für den Renntag an.


Hier findest du im Laufe der Woche die aktuellen Trainingszeiten für den San Marino GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021


Autor: Jörn Dicks