VFC-San Marino Analyse: Newman Racing - Dunkle Wolken ziehen auf...


Nicht nur über Imola werden wohl am kommenden Rennsonntag dunkle Wolken aufziehen, da es voraussichtlich zu Niederschlägen kommen wird, sondern auch über der Newman-Zentrale. Man ist immer noch nicht zufrieden mit seinem Fahrzeug, obwohl man jetzt die zusätzlichen Pferdestärken bekommen hat. Dem Update der Bi-Turbo Motoren steht man Teamintern skeptisch gegenüber. „Der Unterschied zu den Turbo-Hybriden ist immer noch zu groß und man wird weiterhin nicht mithalten können“, so Jannis Wollborn. Immerhin kommt man mit zusätzlichen 10 PS (in Summe 760 PS) fast an den V6 von Herault mit 805 PS ran. Jedoch darf man nicht vergessen, dass man weiterhin den leichtesten Motor im Feld hat. „Immerhin sind auf eine Runde evtl. bis zu zwei Zehntel drin“, so Yannik Barwig, der sich trotzdem noch ein wenig optimistisch zeigt.


Dass der Newman Potential hat zeigt auch das letzte Rennen in Interlagos. Immerhin hat Wollborn, trotz dessen dass er auf Position 22 lag, die schnellste Rennrunde gefahren. Auf Nachfrage, wie er sich selbst motiviert hat, hinten liegend nochmal an die Box zu fahren, frische Reifen zu holen, um dann die schnellste Runde zu fahren, gab er sich bescheiden: „Ja, war eher mal dazu da um zu gucken was so geht“. Also „geht“ doch was mit dem Newman.

Ob in Imola noch was „gehen“ wird, so geben sich die beiden Piloten recht zurückhaltend: „Der Anspruch ist weiterhin um die Punkte mitzufahren, jedoch wird das nicht einfach sein.“, sagt Barwig. Da ist wohl nicht mehr von Weltmeisterschaft die Rede, wie es zu Beginn der Saison mehrmals schon erwähnt wurde. Anscheinend will man Schadensbegrenzung betreiben, um die Saison noch versöhnlich beenden zu können. Ein harter Zustand, so früh in der Saison. Dabei wurde Newman besonders durch die großartige Entwicklung besonders stark für die zweite Jahreshälfte eingeschätzt. Jedoch kann man weiterhin mit den weißen Flitzern rechnen, vor allem wenn an diesem Wochenende Regen ansteht. Es ist die Lieblingsdisziplin des Jannis Wollborn. Dieser hat bereits schon mehrmals bewiesen, dass er bei nassen Rennen herausstechen und somit gute Ergebnisse einfahren kann. Und bekanntlich haben alle Rennställe bei Regen die gleichen Voraussetzungen. Somit ist es egal wie gut oder schlecht ein Bolide ist und so könnte man wohl mit einem Newman in den vorderen Fahrerfeld rechnen. Ungern wird man sich jedoch an den letzten Imola Grand Prix zurückerinnern. 2018 traten sowohl Gonzalez Cattivo als auch eben jener Jannis Wollborn für den Rennstall an. Wollborn verlor nach wenigen Runden im Regen auf Slicks den Wagen und musste das Rennen beenden. Auch Cattivo erlebte einen harten Rennabend und musste nach völlig verkorkster Wetterstrategie ohne Punkte nach Mexiko zurückreisen. Ein böses Omen für den Sonntag?


Wo noch dunkle Wolken aufgezogen sind, dürfte die GSO-Zentrale sein, weil der langjährige Pilot Aleksander Knezevic die VFC verlassen hat und somit sein Fahrercockpit bei Cliffort aufgibt. Wollborn hat es auf Nachfrage immer genossen mit Knezevic zu fahren und er sieht es als richtige Entscheidung an, da er sich immerhin benachteiligt gefühlt hat. Und das nicht nur in dieser Saison. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Wochenende alles besser wird und die dunklen Wolken nur über Imola bleiben und nicht über der Newman-Zentrale.



Hier findest du die aktuellen Trainingszeiten zum San Marino GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021




Autor: Johannes Greulich