VFC-San Marino Analyse: R-cademy - Starkes Hess Debüt und Hoffnung für die Zukunft


Für die VFC-Razor Teams stellte der vergangene Brasilien Grand Prix eine große Herausforderung dar. Gerade das Nachwuchsteam R-cademy stand durch das Fehlen von Alexander Kraft vor einer großen Herausforderung. Lange sah es so aus, als könnte man sogar nur mit Lorenzo de Ciutiis antreten und müsste das zweite Cockpit gänzlich frei lassen.


Dann kam die kurzfristige Wende. Nicht einmal 24 Stunden vor Beginn des Grand Prixs fand Teamchef Bastian Paisler die Lösung in Form von Alexander Hess. Der Rookie und VFC-Comebacker sitzt normalerweise innerhalb der Nachwuchsserie Division 2 im Cockpit für das Afelian Racing Team. Dort beeindruckte der Deutsche mit einer starken Performance in seinem ersten Rennen beim Großen Preis von Südafrika und verpasste nur auf Grund eines Fehlers sogar das Podium. Dementsprechend optimistisch war man, dass Hess auch mit der kurzen Vorbereitungszeit einen soliden Job machen würde. Der Nachwuchspilot bestätigte das Vertrauen. Stand Hess nach der Qualy noch hinter den anderen drei Razor Wagen, zeigte er im Rennen eine starke und weitestgehend konstante Leistung. Am Ende wurde er 16. und umso ärgerlicher war auch, dass er sich mit einem eigenen Fehler selbst um 1-2 weitere mögliche Plätze brachte. Ansonsten konnte man von einem gelungenen Comeback von Hess sprechen, welcher 2014 beim Australien GP seine letzte Teilnahme in der Königsklasse verzeichnete. Er selber zeigte sich mit der eigenen Leistung sehr zufrieden: "Mein erstes VFC Rennen ist echt gelungen. Als mitgeteilt wurde, dass ich ein Rennen in der VFC bestreiten darf, hab ich mich mega gefreut. Endlich mal in der großen Klasse mitfahren und kämpfen. Das Auto fühlte sich echt gut an, konnte mich somit auch gut damit auseinandersetzen und mich an den Wagen gewöhnen. Die D2 und die VFC unterscheiden sich nochmal ein ordentliches Stück. Macht aber Spaß neue Herausforderungen vor sich zu haben. (...) Von da ging es Konstant Richtung Endplatzierung P16. Wollte unbedingt das Ziel erreichen und am besten meinen Teamkollegen schlagen. Ich bin zufrieden mit dem Rennen und hoffe, dass ich die Möglichkeit bekomme, nochmals in der VFC teilzunehmen."


Überraschend vor allem dass Hess sogar im Rennen den Teamkollegen Lorenzo de Ciutiis hinter sich ließ und damit sein persönliches Ziel für den Rennabend erreichte. Der Italiener hingegen verzeichnete keinen guten Grand Prix und fiel eher wieder einmal durch Verwickelungen in kritische Situationen auf. War die Stop-and-Go Strafe nach dem Crash mit Daniel Bentenrieder (Beta Guilia) noch eher der Servertechnik zuzuschreiben, war ein eigener Fehler bei der Boxenlinie mit anschließender Durchfahrtsstrafe nicht wegzureden. So setzte es für das Underdog Team den zweiten Nuller in Folge ohne, dass man alles schlecht reden müsste. Dass allerdings de Ciutiis Stand im Team für die Zukunft weiter gelitten haben dürfte, ist nicht von der Hand zu weisen. Gerade nach einem weiteren Zwischenfall mit Teamchef Paisler während des Rennens.


Dementsprechend dürfte man nun mit gemischten Gefühlen in den San Marino Grand Prix gehen. Mit Alexander Kraft kehrt die Speerspitze des Rennstalls in das Cockpit zurück und dürfte dieses Mal verhältnismäßig gute Karten haben. Durch die Verschiebung der offiziellen Trainings wird der eigentliche Trainingsrückstand gegenüber der Konkurrzenz dieses Mal geringer sein. Das gilt auch für Teamkollege de Ciutiis und so dürfte dieser Aspekt, gepaart mit der Wetterprognose für Hoffnung sorgen.


Es könnte wieder einmal ein VFC-Wetterchaos geben und damit die Chance für R-cademy sich nach Australien erstmals wieder zählbares zu sichern. Das ist umso wichtiger nachdem sich auch die Konkurrenz rund um Beta Guilia, Manziel und SCMM zuletzt punktefreudig präsentierte.



Hier gehts zu den aktuellen Trainingszeiten des San Marino GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021




Autor: Julian Kopp