VFC-San Marino Analyse: Russia GP - Unruhe nach der Wiedergutmachung


Russia GP hat einen turbulenten Brasilien Grand Prix hinter sich. Trotz des bisher besten Team- und Einzelergebnisses ging man mit gemischten Gefühlen aus dem Rennabend heraus. Marc Schlüter hatte sich zuvor vermeintlich Rang drei ergattert. Beim Versuch den zweitplatzierten Kevin Peters (Volksmobil) zu überholen verursachte der Deutsche allerdings eine Kollision und bekam im Nachhinein eine 5-Sekunden Strafe. Die Folge war Platz vier und großer Ärger bei Schlüter.


Dabei hätte es so einfach sein können. Ein Manöver auf der Gegengerade wäre sicherlich möglich gewesen. Ob ein Peters dann noch die Chance auf einen Konter gehabt hätte, darf alleine auf Grund der alten Reifen bezweifelt werden. Letztlich konnte aber auch Schlüter dem Ganzen einiges positives abgewinnen und blickt dementsprechend positiv in die Zukunft. "Das Ergebnis aus Brasilien gibt mir die Motivation es in Imola noch besser zu machen und seit Suzuka 2020 wieder auf dem Podium zu stehen und diesmal etwas länger mit dem Überholmanöver zu warten, sollte ich wieder deutlich schneller als mein Vorder-mann sein. Ein Podium sollte mit unserem Auto unter normalen Umständen immer drin sein, auch wenn die Konkurrenz stark ist. Der Hauptgegner wird wieder Lukas Schmidt und VM sein. Der Regen, ob er nun kommt oder nicht, ist eine sehr große Unbekannte. Die Vorhersagen sind noch nicht ganz klar, ob viel Regen oder wenig Regen oder vllt sogar doch kein Regen kommt. Die Warscheinlichkeit pendelt im Moment noch hin und her zwischen moderat und sehr hoch. Da müssen wir noch den offiziellen Wetterbericht abwarten, um zu sehen, mit was wir es zu tun bekommen. Alles im allem freue ich mich aufs Rennen und bin hungrig auf das Podium."


Für seinen Teamkollegen Fabian Jungbluth hingegen lief es mehr als bescheiden. Nach dem verkorksten Südafrika Rennen schmiss der Russia Pilot dieses Mal die eigene gute Ausgangsposition in den Top-6 in die Wand. Durch die folgende Flügelreparatur ging Jungbluth am Ende leer aus. Er selbst wollte sich dazu kaum äußern, ließ auf Nachfrage nur verlauten: "Wenn scheiße läuft läufts scheiße..." Diese Weisheit beschreibt die aktuelle Situation für Jungbluth ganz gut, welcher das erste Mal das direkte Duell mit dem neuen Teamkollegen verlor.


Dennoch kann das Resultat einiges an Hoffnung geben für den kommenden Imola Grand Prix und als eine Art Aufwärtstrend anerkannt werden. Das sieht auch der russische Teamchef Wladislav Russinov so, welcher sich nach den bisherigen Trainingszeiten sehr optimistisch zeigt. "Marc konnte endlich zeigen was in ihm steckt, da wird noch einiges kommen. Ich bin sehr zufrieden und den Zeiten nach zu urteilen sind wir mit marc vorne dabei. Fabian kommt noch nicht so klar, aber mit viel Training wird das schon noch.es müssen beide nur mal ins Ziel bringen Es ist kein großer Nachteil, die Strecke llegt uns und das Auto ist sehr gut." so Russinov. Das Zeiten-Tableau bestätigt den Eindruck. Schlüter führt derzeit die Hotlap Liste an und hat das Ziel fokussiert vor Augen.


Das Potenzial für den Comeback-Rennstall ist also vorhanden. Ob dem am Ende die Wetterhexe entgegen steht oder vielleicht doch wieder das eigene Temperament, wird sich am kommenden Sonntag zeigen.



Hier gehts zu den aktuellen Trainingszeiten des San Marino GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021



Autor: Julian Kopp