VFC-San Marino Analyse: Volksmobil - Zwischen potenzieller Überraschung und Ernüchterung


Bei Volksmobil rumort es dieser Tage wieder, was Außenstehende auf den ersten Blick verwundern könnte. Bei genauerem Hinsehen offenbaren sich aber die Hintergründe dieses Rumorens: Nach drei Rennen führt man zwar die Fahrer- und Konstrukteurs-WM an, aber nicht mit der Dominanz, die man sich anfangs erwartet hätte.


Das schlägt auch auf die Gemüter der beiden Fahrer. Bei Volksmobil ist man sich bewusst, dass man mit Weltmeister Kevin Peters und Titelaspirant Sven Schubert eine explosive Fahrermischung in dieser Saison hat. Teamchef Peter Andrews nahm sich dement-sprechend der Aufgabe an, diese beiden doch unterschiedlichen Charaktere ruhig zu halten und durch eine erfolgreiche Saison zu führen. Nun gibt es allerdings schon die ersten Gerüchte, dass der teaminterne Konflikt schon jetzt langsam eskaliert. Teamchef Andrews räumte aber mit diesen Gerüchten auf: "Natürlich ist nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen. Aber wir wussten auf was wir uns einlassen, als wir uns für diese Fahrerpaarung entschieden haben. Teamkollegen müssen nicht beste Freunde sein und da gibt es auch Reibereien. Momentan läuft das alles auf gesunder Basis. Dementsprechend sehe ich da derzeit kein Problem." Andrews sieht dabei auch den letzten Grand Prix in Brasilien als zufriedenstellende Leistung an, trotz der Startkollision. Für ihn war das Doppelpodium das einzig realistische Ergebnis.


Für den kommenden Rennen ist man sich bei VM nicht sicher, wo man am Ende steht. " Das wird eine unberechenbare Nummer. Durch unsere gesplittete Motorenstrategie denke ich, dass wir optimal auf alle äußeren Bedingungen reagieren können und zumindest ein Auto auf dem Podium platzieren können. Aber Imola ist immer für Überraschungen gut." so Andrews.


Kevin Peters hingegen wirkt im Bezug auf Imola und die bevorstehenden Rennen pessimistisch. "[...] keinerlei Chancen mehr diese Saison. Ist bereits abgeschrieben. [...] die Reifen - und Motorensituation macht es sehr schwer überhaupt Hoffnung zu haben. Außerdem wird unsere Entwicklung während der Saison abschwächen und wenn es jetzt schon nicht gut laufen wird, können wir uns den Rest der Saison sparen." Möglicherweise schaut der momentane Champion also schon auf die nächste Saison oder auf eine bestmögliche Kompensation der kommenden Rennen. Trotzdem nähme er für das San Marino-Rennen wieder das Podium ins Visier.


Teamkollege Sven Schubert dagegen stapelt noch tiefer als Kevin Peters: "Hoffnungen groß keine. Kein Training, schwacher Motor. Top 10 wäre schon." so der Schwabe. Angesprochen auf die Hoffnung, ob er seine WM-Führung in diesem Rennen verteidigen werden wird, antwortete Schubert mit einem schlichtem "Nein." Die Zeitentabelle spricht ebenfalls diese Sprache, momentan steht Schubert mit über eine Sekunde Abstand auf seinen Teamkollegen auf Platz elf.


Bei VM gehen also die Meinungen bezüglich des kommenden Rennens schon in die selbe Richtung. Teamchef Andrews hofft auf die Überraschung, die beide Fahrer mit Sicherheit herbeisehnen. Bis dahin kann man bei VM aber von Ernüchterung ausgehen, da die VM-Piloten auf der Strecke scheinbar mit Problemen zu kämpfen haben.



Hier findest du die aktuellen Trainingszeiten des San Marino GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021



Autor: Jörn Georg Dicks