VFC Spanien-Analyse: Cesario – Übergangsrennen für die Scuderia?


Mit gemischten Gefühlen verließ die Scuderia Cesario den Großen Preis von San Marino. Beim kleinen Heimspiel sicherte man sich zwar einen Podestplatz, konnte mit dem verschenkten Teampotenzial bei diesem Saisonrennen aber nicht ganz zufrieden sein.


Doppelweltmeister Lukas Schmidt zeigte wieder einmal eine starke Leistung, welche aber auch von unkonzetrierten Momenten und den eigenen Autoschwächen überschattet wurde. Höhepunkt war der kleine Zusammenstoß mit dem gejagten Führenden Sven Schubert (Volksmobil), nach welchem Schmidt gefährlich auf die Strecke zurückkehrte und durch die nachfolgende Strafe sogar noch Platz zwei gegen Marc Schlüter (Russia) verlor. Auch Larry Fischer ließ am Ende einige Positionen liegen. Mit seiner bisher bewährten 1-Stopp Strategie fuhr der Deutsche lange gut, nur um dann grundlos den roten Flitzer in die Wand zu werfen. Den anschließenden Reparaturstopp machte Fischer nicht wieder gut und ging mit Rang dreizehn letztlich leer aus. Dementsprechend bedient war auch Teamchef Gonzalez Cattivo nach dem Rennen. Allerdings suchte der Mexikaner die Schuld auch am Kommandostand. Taktisch hätte man den Grand Prix einfach nicht ausgereizt: "Wir haben das Rennen strategisch verschlafen. Das hatte verschiedene Gründe, welche wir intern besprochen haben. Gerade nach dem Wegfall von Kevin Peters hätten wir das Rennen gewinnen müssen. Lukas Pace und Einsatz hat gestimmt. Schade, dass wir daraus nicht mehr gemacht haben. Mit Larry haben wir geredet. Natürlich darf so etwas nicht passieren. Wir schauen nun aber nach vorne und sind uns sicher, dass Larry bei den nächster Rennen wieder zur Form aus Australien und Brasilien zurückfindet."


Im Hinblick auf den heutigen Spanien Grand Prix gibt man sich bisher eher zurückhaltend. Gerade WM-Kandidat Schmidt hatte dieses Mal deutlich weniger Vorbereitungszeit und hat laut der Hotlapzeiten mit harter Konkurrenz zu rechnen. Das Überholen sollte dabei dieses Mal noch schwieriger werden als zuletzt in Imola und dementsprechend ist man bei der Scuderia auf Schmidts individuelle Klasse in der Qualifikation angewiesen. Auch der Durzaam Reifen könnte im Rennen ein großer Vorteil werden, welcher auf der Reifen-fressenden Strecke gegenüber den Pironis und Yasudas besser aufgestellt sein sollte.


Darauf hofft auch Larry Fischer, welcher dem Grand Prix eher positiv gegenüber steht. "Wir bereiten uns für Jerez intensiv vor, da wir wissen, dass wir in dieser Reifenschlacht einen Vorteil haben. Diesen müssen wir entsprechend ausspielen. Wenn das klappt, sehen wir ein weiteres starkes Teamergebnis." Ganz soweit wollte sich der Teamchef noch nicht aus dem Fenster hängen. Der Mexikaner stellte hingegen noch einmal die Bedeutung des Grand Prix für die eigene Partnerschaft mit Telefono heraus, welche nun mit Jerez ein Ende findet: "Wir werden sehen müssen. Wir haben bereits in Imola feststellen müssen, dass Pace alleine keine Rennen gewinnt. Ein Sieg beim Abschied von Telefono wäre allerdings sehr schön, denn das Team hatte eine tolle Partnerschaft seit dem Wiedereinstieg mit Ihnen."


Bis es allerdings zu einem Sieg in Jerez kommt wird man sich erst der starken Konkurrenz und dem eigenen Fokus stellen müssen. Gelingt das dem Team, steht einem positiven Abend wohl nicht viel im Wege.



Hier gehts zu den aktuellen Trainingszeiten des Spanien GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021


Autor: Julian Kopp