VFC Spanien-Analyse: Clipper – Die ungeklärte Personalfrage


Für Clipper Motorsport war der San Marino Grand Prix ein unspektakuläres Rennen. Man nahm schlichtweg nicht teil, da beide Fahrer die zu kaufende Strecke für das Rennen nicht besaßen. So setzte man ein Rennen aus und konzentrierte sich auf den kommenden Grand Prix in Jerez, Spanien.


Dabei schwebt, wie schon seit Brasilien, die große Frage im Raum, wer denn nun dauerhaft das zweite Cockpit bei Clipper neben Fahrer und Teamchef Pascal Pohlenz übernehmen soll. Leif Nordic hat dabei die besten Aussichten, zeigte er doch in Brasilien eine gute Leistung. Und in der D2-Saison zeigte er bisher immer eine konstante Pace, die nun auch endlich in einem Punktegewinn für das Chapman Racing Team resultierte. Nordic selbst tritt bescheiden auf und gibt an, dass er sich noch keine Gedanken über ein festes Cockpit bei Clipper mache. "Ich bin ganz glücklich in der aktuellen Rolle, kann so meine Erfahrungen sammeln und werde gut unterstützt. Früher oder später ist es natürlich das Ziel, aber man muss mal abwarten, wie die Saison für mich weitergeht und was das Team für Pläne hat. Wobei die Konzentration auf nur eine Rennserie für mich natürlich durchaus Vorteile hätte."


Teamchef Pascal Pohlenz erklärt sich ebenfalls nicht weiter zur definitven Lösung auf das zweite Cockpit. "Die Personalfrage wird jedes Rennen erstmal individuell beantwortet. In Jerez wird Leif fahren." Viel Zeit kann sich Pohlenz hiermit aber nicht mehr leisten. Sollte Leif Nordic nach Jerez noch vier weitere Rennen in der VFC fahren, so muss er verpflichtet werden. Andernfalls hat Clipper dann keinen Ersatzfahrer mehr zur Verfügung, wenn man von Christian Dittmer absieht, der sich aber noch beweisen muss. Ob Marvin Schumacher ins Cockpit zurückkehrt, ist ebenfalls fraglich und spekulativ. Vom Deutschen hat man länger nichts mehr gehört.


Sportlich gesehen sind die Erwartungen bei Clipper ebenfalls eher dürftig. Pascal Pohlenz erwartet, wie so viele, ein hartes Rennen. Dazu scheint es Setupprobleme zu geben: "Die Erwartungen für Jerez sind nicht hoch, da es keine Strecke für uns ist. Zu wenig geradeaus und zu viele schnelle Kurven die den Reifen vorne Links weg fressen. Zusätzlich scheint es so als hätten wir uns in Brasilien beim Setup vertan und deshalb mussten wir erstmal auf den Stand von Melbourne zurück was allerdings in Ordnung zu sein scheint.", so Pohlenz.

Nordic ist da etwas optimistischer, hofft selbst auf Punkte und sieht sich durch seine Erfahrung aus dem D2-Rennen in Jerez im Vorteil. Er erwarte sich sich dieses mal deutlich mehr als noch in Interlagos. "In Brasilien ging es vor Allem um die Erfahrung und ich konnte ordentlich Zeit im Auto sammeln, diesmal gehe ich aber schon ehrgeiziger an die Sache ran. Wie unsere Pace dann letztendlich wirklich aussieht, wird sich aber erst noch zeigen. Aber wenn es darum geht, was ich mir erhoffe: Definitiv Punkte."


Bei Clipper schwebt die derzeit präsente Personalfrage über allem. Momentan kann man dieser noch aus dem Weg gehen, allerdings wird es wohl bald zu einer Entscheidung kommen, maximal Ende Mai. Sollte Leif Nordic aber gute Leistungen abliefern, allen voran im kommenden Rennen, so könnte diese Entscheidung früher gefällt werden. Beide Fahrer haben in Jerez jedenfalls Aussicht auf Punkte und beide werden nach dem Nichtantritt in Imola definitiv versuchen, für eine Punkteplatzierung zu sorgen.


Hier findest du die aktuellen Trainingszeiten zum Spanien GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021




Autor: Jörn Georg Dicks