VFC-Spanien Analyse: Russia GP – Mit scharfen Waffen in die Reifenschlacht


Nun läuft es doch endlich. Nach einem schwierigen Saisonstart und albtraumhaften Rennen in Kyalami hatte man sich bei Russia GP zusammengerauft, beide Fahrer und vor allem Marc Schlüter mental wieder aufgebaut und nochmal ganz von vorne angefangen. Und nach Brasilien und San Marino kann man final sagen, dass diese Einstellung gewirkt hat.


Denn Marc Schlüter ist im Fahrerfeld nun wieder vorne zu finden. Nach dem gutem aber teilweise unglücklichen vierten Platz in Brasilien und einem starken zweiten Platz in Imola ist der Deutsche wieder voll dabei und deutlich optimistischer als noch vor einem Monat. Die Leistung stimmt, die Mentalität ist da und Schlüter geht voll auf Angriff. Das zeigte sich in den letzten beiden Rennen und dem kommenden in Jerez sowie Schlüters Aussagen. Er erwarte von sich ein Top 5 Resultat oder sogar das nächste Podium. "Das sollte mit dem Auto dieses mal wieder möglich sein, auch wenn wir immernoch mit dem alten Motor unterwegs sind." Schlüter erwartet, wie so viele, eine Reifenschlacht im Rennen, ist im Bezug auf seine Yasuda-Reifen aber positiv gestimmt: "Das Rennen wird bei den kommenden trockenen Bedingungen eine Reifenschlacht, sprich derjenige ist vorne, der seine Reifen am besten managen kann. Deshalb sehe ich die Teams mit Pironi-Reifen im Nachteil hier und Teams wie wir mit dem Yasuda im Vorteil."


Angesprochen auf seine Siegchancen gibt sich Schlüter aber, trotz des zweiten Platzes in der Hotlap-Liste, bescheiden. Er wolle natürlich gewinnen, aber: "Ob es am Sonntag endlich für einen Sieg langt werden wir sehen. Nur weil man in der Hotlapliste vorne steht, ist man nicht gleich der Favorit auf die Pole." Ebenso geht Schlüter auf seinen Teamkollegen Fabian Jungbluth ein. Er hoffe, dass Jungbluth aus seiner Abwärtsspirale herauskommt und man mit beiden Autos in die Top 10 fahren wird. Jungbluth selbst ist durch seine nicht zufrieden-stellenden Ergebnisse aus den letzten Rennen und gerüchteweise Motivationsproblemen zu einer heißen Personalie im Fahrerlager geworden. Ob er nach einem weiteren, eher negativen Rennen in Jerez beim folgenden Grand Prix in Monaco noch im Russia sitzen werde, sei zu bezweifeln, so einzelne Gerüchte. Er selbst gab hierzu keinen Kommentar ab. Auch Teamchef Wladislav Russinov wurde hierauf angesprochen, wollte diese Gerüchte aber ebenfalls nicht kommentieren. Er stehe aber komplett hinter seinem Fahrer Jungbluth.


In Jerez könnte es definitiv wieder zu einem positiven Ergebnis, vielleicht sogar den Sieg kommen. Schlüter wirkt motiviert wie nie, dazu funktioniert der Wagen hier wohl so gut wie in Imola, was auch an den Reifen des Russias liegt. Die Yasudas sind schonender als die Konkurrenten von Pironi und unter gewissen Umständen genauso haltbar wie der Duurzaam. Wenn Schlüter die Reifen zu managen weiß und die Konkurrenten von Cesario und Volksmobil austrickst, so könnte ein Podium oder möglicherweise der Sieg herausspringen. Und dies trotz eines schon sehr angefahrenen Herault-Motors. Ebenso muss Teamkollege Jungbluth liefern, was dieser als Ansporn wahrnehmen kann. Russia GP ist für Spanien also gut aufgestellt.


Hier gehts zu den aktuellen Trainingszeiten des Spanien GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021


Autor: Jörn Georg Dicks