VFC Spanien-Analyse: Volksmobil – Heißes Pflaster, hartes Rennen?


Bei Volksmobil ist man dieser Tage guter Laune. Nach vier Rennen hat man zwei Siege und mehrere Podien für sich beanspruchen können und sich einen fürs Erste sicheren Vorsprung auf den zweiten Platz in der Konstrukteurs-WM erfahren. Und auch in der Fahrer-WM steht man mit beiden Fahrern gut da. Doch diesen Vorsprung auszubauen könnte in Jerez schwierig werden.


Denn das kommende Rennen in Jerez wird für Volksmobil eines der Schwierigsten. Dem ist man sich beim deutschen Team, vor allem im Bezug auf die Pironi-Reifen, durchaus bewusst; die soften Reifen halten aufgrund der heißen Luft und Streckentemperatur nicht lange und der harte Reifen ist pacemäßig nicht gut genug, um mit der Konkurrenz von Duurzaam und Yasuda mitzuhalten. Und diese Konkurrenz wittert in Jerez deren Chance; Russia GP geht aufgrund des Motivationsschub und mit Marc Schlüter voll auf Angriff und Lukas Schmidt ist im Cesario ohnehin wieder der Kandidat für den Sieg. Selbst Newman wird ein Wörtchen um den Sieg mitzureden haben, schließlich hat Yannik Barwig einen neuen Motor im Heck und scheint auf der Strecke schneller zu sein als es ihm so manch einer zugetraut hätte. Sogar Pascal Pohlenz wird im Kampf um den Sieg dabei sein.


WM-Führer Sven Schubert muss sich dementsprechend einiges an Sorgen machen. Nicht nur um seine Tabellenführung sondern auch um seine Platzierung in der Zeitentabelle und damit seiner Pace. Der Schwabe ist bisher kaum gefahren, dazu liegt ihm die Strecke scheinbar nicht. Momentan liegt er neun Zehntel hinter der besten Zeit von Pohlenz, damit nur auf Platz 10. Zu wenig für ihn selbst, um seine WM-Führung auszubauen. Er selbst geht ebenso pessimistisch an die Sache ran: "Sch*** Strecke. Keine ahnung wieso wir auf so ner VFC unwürdigen Strecke überhaupt fahren deshalb auch kein Interesse am Trainieren. Da ich so off-pace bin wären Punkte schön. Fokus liegt momentan auf wichtigeren Dingen im Leben."Aber Schubert hat schon in Imola bewiesen, dass er auch mit wenig Training das Kunststück schaffen kann, den Sieg zu holen.



Dem gegenüber steht Teamkollege Peters in der Zeitentabelle stark da. Mit seiner Zeit ist er auf dem dritten Platz und hält ebenso den Anschluss zu Pohlenz. Allerdings verneint er, dass er eine reale Chance auf den Sieg haben wird: "...auf keinen Fall. Gegenüber Yasuda und Duurzaam haben wir auf dieser Strecke überhaupt keine Chance. Wir schauen was morgen raus kommt....viele Punkte liegen nicht in der Luft."


Ob dies so der Wahrheit entspricht, wird sich zeigen. Peters hatte schon im letzten Rennen mit wenig Punkten gerechnet und hätte dann ohne seine Fehler in der Boxengasse beinah mit Schubert den ersten Doppelsieg geholt. Ebenfalls verneint Peters auch ein teaminternes Duell mit Schubert: "Ich weiß nicht, was man hier teaminternes Duell nennen kann, da ich meinen Teamkollegen nie auf der Strecke beim Training sehe. Dicke Luft kann es daher keine geben."


Jerez wird für VM spannend und schwierig zugleich. Kann man seine Form auf dieser reifenfressenden Strecke beibehalten oder wird es gerade deswegen zu einer herben Enttäuschung werden? Wie immer gibt man sich beim deutschen Werksteam bedeckt oder versucht die Konkurrenz zu verwirren. Die reale Leistung wird sich dann heute Abend offenbaren.


Hier gehts zu den aktuellen Trainingszeiten des Spanien GP:

https://www.race-view.com/server?user_id=Virtual%20Formula%20Championship&server_id=VFC%202021


Autor: Jörn Georg Dicks