VFC-Transfermarkt – Newman Hammer! - Zwei weitere Abgänge stehen fest!


Seit zwei Wochen beginnt sich das Fahrerkarussell in der VFC ordentlich zu drehen. Nach den ersten Meldungen stehen bereits eine Handvoll Neuzugänge sowie Abgänge fest. Und die Meldungen reißen nicht ab. Nach zahlreichen Gerüchten in den vergangenen Tagen haben zwei weitere Teams offizielle Planungen bekanntgegeben, welche ihre Cockpits betreffen. Die aktuellsten Meldungen kommen aus den Lagern von Russia GP und Newman Racing.

Gerade beim Thema Newman dürften viele aus der VFC-Welt die Ohren spitzen. Seit Wochen gibt es zahlreiche Gerüchte darüber, dass Jannis Wollborn nach vielen Jahren beim Traditionsrennstall nach einer neuen Herausforderung sucht. Das bestätigte der Weltmeister von 2019 nun offiziell gegenüber den Pressevertretern. „Dieses ist mein letztes Jahr für Newman Racing (…) Ich mache den Weg frei für andere, welche noch Mal Newman fahren wollen, solange es noch ein selbstständiges Team ist.“

Damit spielte Wollborn indirekt auf den Werksstatus von Newman Racing an, welcher wohl ein aktuelles Thema ist. Patrick Newman nimmt den Abschied des langjährigen Weggefährten bisher gefasst auf. Auf die Frage wie bitter der Abgang seines Schützlings sei antwortete der Teamchef: „Gar nicht bitter. Wir haben uns einvernehmlich getrennt. Wir unterstützen seine Entscheidung und stehen hinter dem erfolgreichsten Newman Talent.“

Dementsprechend dürfte der Cut, den nun Jannis Wollborn durchführt, für die meisten wenig überraschend sein. Dabei liest sich die Geschichte des langjährigen VFC-Fahrers bei Newman Racing wie eine Lovestory aus dem Bilderbuch. Durch das Newman NewTalents Programm gefördert kam Wollborn 2018 als Stammfahrer bei Newman Racing unter. Der erste Sieg des Schützlings war für Patrick Newman besonders emotional und ein wahr gewordener Traum. Unvergessen bleibt sein emotionaler Ausbruch bei Zieleinfahrt. Doch war dies nur der Anfang einer Erfolgsgeschichte.


2019 begann dann der Siegeszug des Jannis Wollborn. Auf Grund gespaltener Konkurrenz und einem Top-Auto fuhr der junge Pilot dem Fahrerfeld um die Ohren. Holte am Ende des Jahres neun Saisonsiege obwohl Newman Racing aus Fairness Gründen zur Jahreshälfte auf Motorenleistung verzichtete. Am Ende wurde er mit 17 Jahren Weltmeister. Doch nach dem Rausch kam der Kater und damit die Saison 2020. Ein schwieriges Jahr in einem zahnlosen Fahrzeug. Trotz Auftaktsieg für Wollborn tat sich der Weltmeister schwer. Auf vielen Kursen wirkte Wollborn blass im Gegensatz zur letzten Saison, hinzu kamen team-interne Streitigkeiten um Aleksandar Knezevic, welcher zur Saisonhälfte unrühmlich für 2021 aus dem Team gekickt wurde. Mit der Sommerpause kam aber auch der Hoffnungs-schimmer in Form eines Motorenupgrades, welches das Traditionsteam zurück in die Spur brachte. Mit zwei Siegen und dem Ausstieg von MS4All griff der Deutsche noch einmal vorne an und wurde zum Saisonfinale der ärgste Kontrahent von Kevin Peters. Am Ende reichte es zwar nicht für den Back-to-Back Titel, dennoch dürfte die Saison nach dem schwachen Frühjahr versöhnlich zu Ende gegangen sein.

Für die laufende Saison träumt Wollborn selbstverständlich nochmals vom Fahrertitel mit seinem langjährigen Rennstall.: „2021 ist immer noch eine Wundertüte. Das Auto ist sehr schwierig zu fahren. Aber es ist nicht langsam. Es wäre ein sehr schönes Ende für Patrick und mich, wenn wir dieses Jahr unsere Zeit mit einem zweiten WM-Titel beenden könnten.“ Es wäre wohl der kitschigste Abschluss einer romantischen Motorsportgeschichte. Zu seiner Zukunft schweigt Wollborn dagegen noch weitestgehend. Es werde sich in den nächsten Wochen entscheiden, deutete er gegenüber der Presse an. Patrick Newman dagegen scheint sich seiner neuen Verhandlungsposition sicher zu sein. "Wir müssen noch letzte Vertragsdetails klären. Aber nach Abschluss, können wir bekannt geben, wer für Newman 2022 fahren wird."

Weniger romantisch ging es bei der zweiten offiziellen Abgangsbestätigung zu. Fabian Jungbluth ließ öffentlich verlauten, dass er 2022 nicht mehr für Russia GP fahren werde. Dieser zeigte Unverständnis für die Entscheidung: "Das war eine Entscheidung von Russinov. Ich hoffe, das Herault Unternehmen, bei dem ich angestellt bin, wird für mich ein Cockpit für 22 finden, was mit Herault Motor betrieben wird. (...) Natürlich ist das ärgerlich! Daher will ich dafür sorgen, dass sich Russinov in den Arsch beißt wenn er sieht, dass er einen guten Fahrer einfach ziehen lässt!"

Damit ist das Kapitel für Jungbluth beim russischen Rennstall bereits nach dem ersten Jahr wieder beendet. Der Abgang kommt nur minder überraschend. Die bisherige Saison verläuft für den Russia Piloten in Form eines großen Auf- und Abs. Dennoch konnte er unter anderem zuletzt in Österreich wieder sein vorhandenes Potenzial mit seiner P5 Platzierung andeuten. Dementsprechend überraschend kam nun die frühzeitige Entscheidung des Rennstalls. Teamchef Wladislav Russinov selbst bezog kaum Stellung, äußerte sich aber traurig über die notwendige Entscheidung und wolle Jungbluth in Zukunft bei der Cockpitsuche unterstützen.


Wer das zweite Russia Cockpit übernimmt bleibt vorerst offen, dürfte sich aber auch in den kommenden Wochen lüften.


Autor: Julian Kopp