VFC USA-Analyse – Teil 2: Mit harten Bandagen in das drittletzte Rennen

In Teil 2 der Analyse zum USA Grand Prix wird über die Mittelfeldteams bzw. Teams zwischen P8 und P5 in der Team-WM gesprochen. Dabei sind die Unterschiede teilweise wie Tag und Nacht, ein Team ist vorne dauerhaft dabei während ursprüngliche Meisterkandidaten um ihren Platz in den Top 5 kämpfen. Hier nun die VFC-Analyse Teil 2.



Razor GP


Ausgangssituation: Das letzte Rennen bei Razor GP in Kanada war ein frustrierendes. Nach einer guten Qualifikation hatte man sich auf P15 und P18 qualifiziert, jedoch war dann der Rennverlauf zu Beginn ein schwieriger. Gerade Bastian Paisler wurde zu Beginn in mehrere Kollisionen verwickelt und fand sich zum Restart auf P20 wieder während Tim Brendel auf P17 das Rennen wieder aufnahm. Am Ende standen ein P13 und P14 zugute und man fragt sich, was hätte sein können, wäre man nicht zu Beginn des Rennens so eingeschränkt worden. Zum kommenden Rennen wird man wieder in die Punkte wollen, schließlich ist die Konkurrenz von Beta Giulia und r-Cademy nicht weit.


Trainingsvorbereitung: Paisler und Brendel haben einige gute Runden auf der Strecke von Indianapolis zurückgelegt und konnten sich mit ihren besten Zeiten auf P12 und P13 festsetzen. Dabei liegen sie etwas fernab der Bestzeit, was man aber von den Razor-Fahrern diese Saison gewöhnt ist.


Updates: Die gute Entwicklung bei Razor geht weiter, ein weiteres Aero-Update wird in den USA eingesetzt, welches in den letzten Rennen um WM-Platz 8 helfen sollte.


Motor: Bei Razor hat man sich für den vier Rennen alten Motor 3 eintschieden, welcher noch der Frischeste ist. Es könnte schwierig werden, damit gegen die Konkurrenz auf den Geraden Schritt zu halten.


Fahrervoraussetzungen: Bastian Paislers Form ist in den letzten Rennen immer besser geworden, gerade die Rennpace ist dabei beeindruckend. Durch seine zunehmend konstante Fahrweise fuhr sich der Deutsche von sehr dürftigen Qualifikationsplätzen regelmäßig in die Punkte und konnte so das Razor-Team auf P8 setzen. Ob es diesmal für Punkte reichen wird, kann man nur abwarten. Tim Brendel dagegen fuhr in den letzten Rennen eher außerhalb der Punkteplätze und war dabei kaum zu bemerken. Das heißt nichts Schlechtes, aber im Kampf um die Team-WM muss sich der Rekordpolesetter aus 2020 wieder etwas steigern, um das Team gegenüber der Konkurrenz abzusichern.


Platzierungstipp: Schwacher Motor, aber dafür ein Update und zwei sehr konstante Fahrer. Von P19 bis P10 kann man alles erwarten.



Equipo Saldo


Ausgangssituation: Wie immer überrascht Saldo alle. Der Wagen läuft und läuft, ist teilweise dazu in der Lage, die Großen zu ärgern und fährt dazu durchgehend in die Punkte. Seit acht Rennen ist Maleika nun schon in die Punkte gefahren und ist damit der Hauptgrund, warum Saldo sicher auf P7 steht. Es gibt keinen Grund, warum das spanische Team diese Platzierung noch verlieren dürfte.

Man könnte also meinen, alles sei in Ordnung. Hinter den Kulissen rumort es aber sehr, was vor allem an der Zukunft vom Team und den Fahrern liegt. Ob Luca Zorn nächstes Jahr weiterfährt, ist fraglich, ob er das Team dann noch leitet ebenso. Und auch Maleika steht laut Gerüchten momentan noch ohne Cockpit da. Das würde man beim Berliner nicht erwarten, da er zu den Punktegaranten in der VFC zählt.


Trainingsvorbereitung: Beide Fahrer haben noch keine Runden auf der Strecke gesetzt, zu rechnen ist damit erst ab dem Renntag. Luca Zorn soll dazu ebenfalls zurückkehren.


Updates: Saldo erhält zum kommenden Rennen das dritte Aero-Update in dieser Saison.


Motor: Bei Saldo setzt man bei diesem Rennen wieder auf das Motorenaggregat 2, welches noch am Frischesten ist und mit der VM-Power die gelb-roten Renner nach vorne spülen dürfte.


Fahrervoraussetzungen: Wie schon geschrieben ist Jannik Maleika einer der Fahrer im Feld, die sich in absoluter Topform befinden. Seit acht Rennen fährt der Berliner nun schon in die Punkte und krönte diese Leistung zuletzt mit seiner ersten Top 5-Platzierung in der laufenden Saison. Dazu fährt Maleika laut Aussagen aus dem virtuellen Fahrerfeld um ein Cockpit bei einem Team 2022, das dürfte erneut anspornen. Luca Zorn dagegen wird für diesen Grand Prix zurückkehren. Wenn der Schweizer wieder seine Leistungen zu Beginn der Saison abrufen kann, dürfte auch nichts gegen einen Platz in den Punkten sprechen.


Platzierungstipp: Zwischen P5 und P10 zu erwarten, auch dank des VM-Motors.



Clipper Motorsport


Ausgangssituation: Zwei Siege in Folge dominant geholt, der zweite Fahrer punktet dazu auch endlich wieder. Bei Clipper ist also sprichwörtlich alles perfekt. Leif Nordic dürfte dabei besonders motiviert sein, schließlich hat er endlich wieder Punkte geholt und ist gewillt, dies zu wiederholen. Und Pascal Pohlenz schielt dem dritten Sieg in Folge entgegen. Mit solchen Leistungen könnte man unter gewissen Umständen sogar noch an Cesario vorbeikommen.

Und dann ist da noch das Thema der Fahrerwahl für 2022, aber hinter den Kulissen ist wohl alles klar. Die Tatsache, dass Nordic wieder angekündigt hat, in der D2 für Chapman zu fahren, spricht für sich.


Trainingsvorbereitung: Beide Fahrer haben viel trainiert und finden sich dementsprechend auf den Plätzen 1 und 8 wieder. Das ist eine sehr gute Ausgangslage für das Rennen am kommenden Sonntag.


Updates: Clipper hat zu diesem Rennen kein Update mitgebracht.


Motor: Beide Fahrer nutzen den noch starken und frischen Motor Nummer 3, welcher auf jeden Fall im Kampf um den Sieg bzw. um die vorderen Mittelfeldplätze helfen sollte.


Fahrervoraussetzungen: Wie schon öfters erwähnt befindet sich Pascal Pohlenz auf Wolke 7 und ist in Topform. Zwei Siege in Folge und zwei Poles in Folge, Pohlenz dürfte sich anschicken, dass nun am Sonntag zu wiederholen. Aller guten Dinge sind schließlich drei. Der Hesse hatte dabei zwar immer mal wieder über die Strecke geklagt, um den Sieg mitfahren wird er aber so oder so. Marc Schlüter und die Newmans dürften aber zu seinen ärgsten Gegner gehören. Leif Nordic ist dagegen motivationstechnisch ganz vorne mit dabei. Nach seiner Kanada-Platzierung wurde es im Voice-Channel angeblich sehr laut, so sehr ging die Freude und der Frust der vergangenen Rennen nach der Zieldurchfahrt raus. Die Voraussetzungen für ein starkes Rennen sind also bei beiden Fahrern sehr gut.


Platzierungstipp: Zwischen P1 und P8, wobei Pohlenz um den Sieg und Nordic um P6 kämpfen wird können.



Scuderia Cesario


Ausgangssituation: Schwierige Rennen liegen hinter der Scuderia, die eigentlich für Auftrieb sorgen sollten. Die neu eingebauten Motoren sollten helfen, dass Blatt im WM-Kampf noch einmal zu wenden, stattdessen gab es einige Enttäuschungen. Larry Fischer sucht weiterhin seine Pace aus den ersten Rennen und Lukas Schmidt konnte in Kanada zwar mit den Fahrern vor sich mithalten, aber keinen richtigen Angriff wagen. Dazu entschwindet vorne langsam Russia GP und im Rückspiegel macht sich Clipper Motorsport angriffsbereit. Die letzten drei Rennen werden daher entscheidend.


Trainingsvorbereitung: Beide Fahrer haben viel trainiert und scheinen heiß darauf zu sein, den Abwärtstrend endlich zu stoppen. Gerade Larry Fischer scheint sich gefangen zu haben und ist bisher nur drei Zehntel von seinem Teamkollegen weg. Schmidt dürfte sich auch noch zeitentechnisch verbessern.


Updates: Bei Cesario gibt es kein Update.


Motor: Beide Fahrer treten wieder mit dem Aggregat 3 an, welches bei Lukas Schmidt auch etwas frischer ist. Dies sollte auf den kommenden Strecken weiterhin hilfreich sein, gerade jetzt am Sonntag in Indianapolis.


Fahrervoraussetzungen: Lukas Schmidt dürfte für den WM-Titel nur noch mit Außenseiterchancen dabei sein. Doch den Schweizer sollte man nicht komplett abschreiben, viel kann noch in den letzten drei Rennen passieren und WM-Führender Jannis Wollborn ist auch nicht ohne Fehler. Hinter den Kulissen scheint es aber zwischen Schmidt und Cesario seit der Bekanntgabe von Wollborn und Winter ein angespanntes Verhältnis zu geben. Dazu hat Schmidt noch kein Cockpit für 2022, er dürfte also um eins fahren. Larry Fischer auf der anderen Seite scheint sich ab 2022 in der Position des Co-Kommentators wiederzufinden, weshalb der Deutsche sich über nichts sorgen muss. Wenn noch ein paar Punkte im kommenden Rennen und danach winken, kann Fischer Cesario wohl zufrieden verlassen.


Platzierungstipp: Zwischen P3 und P12.


Autor: Jörn Georg Dicks